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Es war vor vielen Jahren in Meran. Meine Frau und ich warteten auf einen Bus. Kurz bevor dieser eintraf kam eine Horde  Landsleute und, als der Bus hielt, stürzte sich die ganze Meute auf den Einstieg, dass man befürchten musste, sie würden sich noch um den Einlass schlagen. Wir haben uns entschlossen auf den nächsten Bus zu warten, der wenige Minuten später kam und in dem wir bequem Platz hatten.

Als ich damals meinen Kegelbrüdern davon erzählte, sagte einer, in vollem Ernst,: „dieses Verhalten ist Teil unserer Kultur“.

Ganz anders waren später die Erlebnisse in den englisch sprachigen Teilen unserer Erde. Ob an der Haltestelle, im Geschäft oder vor der Kasse eines Museums. Überall bildet sich eine geordnete Schlange. Es gibt kein Geschubse oder Gedränge. Im World Trade Centre in New York mussten wir über eine Stunde anstehen. In Schlangenlinien bewegten sich die Wartenden vorwärts und aneinander vorbei. Nach dem zweiten Treffen begrüßte man sich schon und kam ins Gespräch.

Oder auf dem Flughafen. Zu viert oder fünft standen wir seitlich versetzt und unterhielten uns. Schon steuerte eine Frau auf uns zu und fragte: „is this the line?“

Warum ich das hier erzähle? Weil ich absolut nicht verstehen kann, dass Menschen im Alter um die 80, wegen einer 2-3minütigen Taxifahrt so drängeln, dass eine Mitwartende vom Trottoire  gedrängt wird und sich verletzt, wie das vor kurzem nach einem Konzert passiert ist.

Teil unserer Kultur? Wenn das wirklich so ist, dann muss man sich über garnichts mehr wundern, ob in der Gegenwart oder Vergangenheit.