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Gestern Abend gab es drei, die zu bedauern waren: Frau Rossmy, die den Abend organisierte; Volker Gerling, der vor einem fast leeren Saal agierte; und alle, die sich dieses Erlebnis nicht gegönnt haben.

Seit 2003 ist V. Gerling von Berlin aus, mit seinem „Bauchladen“ auf Wanderschaft, legte seither über 300.000 km zurück und traf eindrucksvolle Menschen, die er in seinem Daumenkino verewigt.

Den gerade mal 12 Besuchern führte er seine Daumenkinofilme auf der Großleinwand vor, erzählte dabei von sich und seinen Erlebnissen, und von den Menschen, die er in eindrucksvollen Schwarzweißbildern porträtiert hat.

Mit einer älteren, motorgetriebenen Analog-Spiegelreflex-Kamera macht er von seinen Protagonisten in 12 Sekunden 36 Aufnahmen. Und wie lange diese 12 Sekunden, mit nicht enden wollendem Spiegelklacken, sind, konnten die Zuschauer selbst erleben.

Bei jedem der aufgenommen wurde, konnte man erkennen, ab welchem Moment er dachte, „hört das denn nie mehr auf“. Nur zwei Jungs saßen ungerührt vor der Kamera und hätten nicht 2 Grashalme im Wind geweht, man hätte glauben können, dass es immer die gleichen 36 Bilder gewesen wären.

Ein anderes eindrucksvolles Daumenkino zeigte den Berliner Dom, in einem 24-Stunden Verlauf, mit dem grandiosen Vorbeizug des Mondes.

Es ist wirklich schade, dass dieser Beitrag, von Kleinkunst auf höchstem Niveau, nur so geringen Zuspruch hatte. Ich jedenfalls, würde mich freuen, diesem sympathischen Daumenkino-Fotografen auf einer seiner Wanderungen wieder zu begegnen.