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Nein, es ist nicht das bevorstehende Osterfest, das mich zu diesen Gedanken führt. Es ist ein ganz und gar profaner Vorgang.

Bilder lügen nicht. Das war ein Grundsatz in früherer Zeit. Obwohl, schon im Kaiserreich, während des Stalinismus und später, oder zu Hitlers Zeiten, wurden unliebsam gewordene Personen aus Bildern retuschiert. Da dies aber eine relativ aufwendige Angelegenheit war, blieben derartige Aktionen staatlichen Organen vorbehalten.

Seit dem Irak-Krieg hat sich das aber gewaltig verändert, und mit den heutigen Bildbearbeitungsprogrammen ist Bildverfälschung fast so einfach geworden wie das fotografieren selbst.

Der griechische Finanzminister Varoufakis soll bei einem Vortrag in Richtung Deutschland den Mittelfinger – was als sehr unschöne Geste gilt – ausgestreckt haben. Der entsprechende Filmausschnitt wurde bei einer Talk-Show mit Günter Jauch präsentiert. Einmal abgesehen davon, ob Deutschland wirklich die geeignete Nation ist um anderen zu sagen was richtig oder falsch ist, beschäftigt mich hier nur das Bildmaterial.

Jan Böhmermann hat in seiner Sendung Neo Magazin Royale – ob er sich wohl darüber freut, dass seine Sendung auch in einer Senioren-Residenz geschaut wird? – diese entsprechende Filmsequenz als Fake (altdeutsch: Fälschung) dargestellt und gezeigt wie sein Team dies bewerkstelligt hat. Nun gibt es aber eine Diskussion darüber ob der Fake gefaket wurde.

Dieser ganze Vorgang zeigt mir nur, dass nichts mehr per se glaubhaft ist. Weder Artikel noch Bilder können unvoreingenommen akzeptiert werden. Und das, so scheint mir, ist eine Entwicklung die Besorgnis erregend ist. Darf nur noch geglaubt werden was selbst erlebt wurde?