Schlagwörter

, , ,

Ich kenne den FAUST aus der Schule, als Text im Bücherschrank, sowie als Oper „Margarethe“ von Charles Gounod; außerdem als Film mit Gustaf Gründgens und als Comic von Flix.

Neu war für mich die Begegnung im Puppentheater. Obwohl das im 16. Jahrhundert wahrscheinlich die Vorführungsart für den Doktor Faustus gewesen ist.

Theater_bearbeitet-1

Theatersaal mit Puppenbühne

In Erinnerung ist ganz besonders stark Gründgens und die Oper, aber was Dr. Johannes Minuth, mit seiner Freiburger Puppenbühne, gestern Abend in unserem Haus vorgeführt hat war ein ebenso eindrückliches Erlebnis.

Wie es sich für ein Puppentheater gehört hat die Einführung selbstverständlich der Kasper übernommen. Danach ging es aber wirklich mit Goethe weiter. Dr. Faust, Mephisto, Gretchen und der Hexentanz in der Walpurgisnacht auf dem Blocksberg. Alles war vertreten und wurde von großartigen Puppen und Scherenschnitten dargestellt und von der wandlungsfähigen Stimme Minuths zu Gehör gebracht.

Das Ganze wurde jedoch auch mit einem „Augenzwinkern“ dargeboten. So traten, wenn es allzu ernst oder traurig wurde, der Kasper oder ein schwäbisch sprechender Kommentator auf und beruhigten die erregten Herzen.

Bei der Vorführung ist mir erst wieder so richtig bewusst geworden wie stark der FAUST in unserer Alltagssprache, mit einer Unzahl von Zitaten, verankert ist.

IMG_0492_bearbeitet-1

 

 

 

Nach der Vorführung konnten sich die Zuschauer, hinter der Bühne, mit den Puppen vertraut machen.

 

 

 

Bedauerlich war wieder der relativ geringe Zuspruch. Ungefähr 40 bis 50 Zuschauer, davon ein großer Teil Auswärtiger, sind leider, für eine Aufführung dieser Art und Güte, zu wenig. Ich würde ja gerne das wunderschöne Frühlingswetter für den geringen Zuspruch verantwortlich machen. Allerdings habe ich eher die Befürchtung, dass das nachlassende Interesse dem sehr umfangreichen Angebot, oder gar der sich wandelnden Altersstruktur beim Eintritt in eine Seniorenresidenz, geschuldet ist.

 

Heute wieder mal ein Schwanenteich-Vers:

Am Schwanenteich die Leut’
die werden all’ fast Hundert
wie kommt das nur, was machen die?
fragt man sich verwundert