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Ab und zu, um eine andere Umgebung zu sehen oder um einen privaten Feiertag zu begehen, essen meine Frau und ich auswärts.

Da wir beide die italienische Küche mögen ist unsere erste Anlaufstelle in Bad Neuenahr das Milano da Gianni, das wir seit unserem ersten Jahr hier aufsuchen. Oft schon hatten wir uns vorgenommen „das nächste mal gehen wir wo anders hin“, aber schlussendlich sind wir doch wieder dort gelandet. Uns gefällt das Lokalambiente, die Qualität der Speisen, die Bedienung, das Preis- Leistungsverhältnis. Kurz gesagt, wir sind rundum zufrieden dort (nein, ich bekomme keine Prozente).

Amerettomouse mit Erdbeeren

Das Dessert: Amarettomouse mit Erdbeeren

Eigentlich gibt es nur noch eine Ausnahme, das Klostergut Marienthal, mit seinen fantastischen Flammkuchen (auch hier keine Prozente; im Gegenteil, wenn ich etwas für eine Prämie loben soll, dann bewirkt das bei mir sofort eine Abwehrreaktion). Am Donnerstag waren wir also im Milano zum kulinarischen Fremdgang.

Gestern war dann musikalisches Fremdgehen angesagt. Im Augustinum Bonn gastierten Lutz Görner als Rezitator und Nadia Singer am Flügel mit „eine italienische nacht“. Opernmelodien in Transkriptionen von Liszt wurden gespielt und auch, in Italien komponierte, eigene Stücke Liszts waren von der großartigen Pianistin zu hören.

Ich habe vom Konzept Lutz Görners in einem Artikel der PianoNEWS, vor Jahren, gelesen und als ich festgestellt habe, dass er damit im Augustinum Bonn auftritt, damals noch mit Elena Nesterenko, habe ich sofort Karten bestellt und seither haben meine Frau und ich keines dieser Konzerte dort versäumt. Mir gefällt die Kombination von Rezitation und großartigem pianistischem Spiel ausgesprochen gut.

Gestern nun „eine italienische nacht“. Görner las aus Briefen von Liszt und Heine und Nadia Singer spielte die entsprechenden Stücke am Flügel. In einem Brief an Heine beschwert sich Liszt, dass das Publikum oft das Kunststück mehr beachte als die Kunst. Dies ist tatsächlich eine Gefahr bei einem solchen Solospiel. Ich saß in der ersten Reihe (des übrigens komplett ausgebuchten Theatersaales), mit einem freien Blick auf die Pianistin. Und bei der Paganini Etüde (und nicht nur da) musste ich immer wieder die Augen schließen um nicht, vom Tanz der Hände fasziniert, die Musik zu vergessen.

Köstlich der Bericht Heines über den Komponisten Bellini mit nachfolgendem Spiel der Polonaise aus „Die Puritaner“ von Bellini.

Es war wieder ein großartiger Konzertabend den ich, diesmal in „Nachbars Garten“, erleben durfte und ich freue mich schon auf die beiden Künstler, bei ihrem nächsten Auftritt im Herbst, in Bad Neuenahr.

Die Künstler nehmen den überwältigenden Beifall entgegen

Die Künstler nehmen den überwältigenden Beifall entgegen