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„Als der Pfingsttag gekommen war, befanden sich alle am gleichen Ort. Da kam plötzlich vom Himmel her ein Brausen, wie wenn ein heftiger Sturm daherfährt, und erfüllte das ganze Haus, in dem sie waren. Und es erschienen ihnen Zungen wie von Feuer, die sich verteilten; auf jeden von ihnen ließ sich eine nieder. Alle wurden mit dem Heiligen Geist erfüllt und begannen, in fremden Sprachen zu reden, wie es der Geist ihnen eingab.“

Kein Brausen war es, das am Pfingst-Samstag zu den Bewohnern kam sondern ein Artikel der „Süddeutsche Zeitung“ und ein Brief der Geschäftsführung der Augustinum gGmbH.

Der Zeitungsartikel befasst sich mit der im Zeitraum von 2010 bis 2013 durchgeführten Veräußerung von insgesamt 14 Häusern des Augustinum an ein Unternehmen in Norddeutschland, das laut Handelsregister im Jahr 2011 über ein Eigenkapital von gerade mal € 25.000 verfügte (ein Betrag, der wohl den meisten Bewohnern selbst zur Verfügung stehen dürfte). Um das Geschäft durchzuführen wurden dem Käufer vom Verkäufer 728 Millionen Euro als Darlehen zur Verfügung gestellt. Dazu wurde noch ein Vermittler aus der Schweiz eingeschaltet , der sich über fast 40 Millionen Euro Provision freuen konnte (Nürburgring lässt grüßen). Die Häuser wurden sofort nach dem Verkauf vom Augustinum rückgemietet (eine bekannte Konstruktion um Steuern zu sparen, da Mieten absetzbare Kosten darstellen, wogegen auch nichts zu sagen ist). Die Immobilienfirma sollte die Objekte rund zehn Jahre halten und dann teurer weiterverkaufen.

In dem Schreiben der Geschäftsleitung wurden die Bewohner nochmals an den Ermittlungsfall, im Zusammenhang mit dem Verkauf der Häuser, erinnert, der im September 2014 eingeleitet wurde und noch immer staatsanwaltlich untersucht wird. Die Darstellung der Zeitung wurde als weitgehend richtig bezeichnet.

Das Augustinum als Unternehmen sieht sich getäuscht und betrogen und will die ganzen Geschäfte, die als nichtig betrachtet werden, rückabwickeln.

Was ich gerne noch gewusst hätte: um welche Häuser handelt es sich konkret; was ist mit den restlichen 9 Häusern; in einer früheren Information wurde von einem Rückmietzeitraum von 30 Jahren gesprochen, was ist richtig?

Sorgen mache ich mir wegen des ganzen Vorfalls nicht und das muss sicherlich auch kein anderer Bewohner. Allerdings dürfte vor dem heiligen Geist noch viel Arbeit liegen, bis alle mit einer Zunge reden.