Schlagwörter

, , , , , , , , , ,

Bei der Anmeldung zur Bürgerfahrt nach Brasschaat (ausgesprochen Braska:t) hatten wir (meine Frau und ich) das Pech, dass der Bus schon ausgebucht war, andererseits das Glück als erste auf der Warteliste zu stehen. Welche Überraschung dann, als am Donnerstag letzter Woche das Telefon klingelte und wir Bescheid erhielten, dass zwei Plätze frei geworden seien. So kamen wir zu einem vollgepackten Programm, denn am Donnerstag hatten wir das „Acoustic Trio“ im Haus, am Freitag großes Sommerfest, anschließend im Fernsehen das Frauen-Fußball-Weltmeisterschafts-Glücksspiel bis nachts ein Uhr, und am Samstag die Fahrt nach Brasschaat. Da hieß es dann 04:30 Uhr aufstehen um pünktlich zur Abfahrt um 07:00 Uhr am Treffpunkt Bürgerbüro zu sein.

Die Partnerschaft zwischen Bad Neuenahr-Ahrweiler und der belgischen Gemeinde Brasschaat (Sitz von LEGO-Belgium NV) wurde 1988 geschlossen. Der jetzige 1. Vorsitzende des Partnerschaftskomitees, Herr Wolfgang Horrmann, hat uns Teilnehmer dieser perfekt geplanten Fahrt, mit einem Datenblatt empfangen, auf dem jeder Teilnehmer den Stundenplan, die Gruppenzuteilung und die Art des gewünschten Abendessens (Fisch, Geflügel oder Vegetarisch) ersehen konnte.

Als der vollbesetzte Bus nach dreistündiger Fahrt in Brasschaat, einer sehr grünen und sportiven Stadt (ohne Stadtstatus) ankam, stieß die charmante Carina zu uns, die humorvoll und fundiert über ihre Heimatgemeinde erzählen konnte. Später kamen dann noch Christel, Anita und Bert hinzu, sodass unser Empfangs- und Begleitungskomitee komplett war.

Diese vier freundlichen Gastgeber hatten ein wirklich interessantes und großartiges Programm vorbereitet. Zunächst wurden wir in einem sozial engagierten Café (mit geistig nicht so belastbaren und deshalb schwer am Arbeitsmarkt zu vermittelnden Mitarbeitern) zu einem Frühstück geleitet. Dort wurde vom Bürgermeister von Brasschaat unser Mitreisender Dr. Kuntze für sein herausragendes Engagement bei der Gründung der Städtepartnerschaft geehrt.

Als besonders beeindruckend stellte sich die eineinhalbstündige Führung durch das „Red Star Line“ Museum in Antwerpen heraus. Nachdem wir in früheren Jahren Ellis Island (NY), und somit die Einwanderungsabwicklung kennen lernten, konnten wir nun die Art der Einschiffung näher betrachten. In Antwerpen kamen im 19. Jahrhundert aus ganz Europa die Flüchtlinge und Hungerleidenden zusammen. Da Amerika an Einwanderern interessiert war, fand schon hier eine Vorsortierung statt – speziell auf Krankheiten und körperliche Verfassung wurde geachtet. Die armen Leute wurden teils wie Vieh transportiert.

Besonders gelungen finde ich bei diesem Museum, dass wesentlich Wert darauf gelegt wird zu zeigen, dass sich in all den Jahrhunderten nichts geändert hat. Wie damals müssen auch heute noch Menschen vor Verfolgung fliehen oder suchen sich eine Heimstatt um dem gröbsten Hunger zu entgehen.

Gerade wir in Europa sollten nicht vergessen, dass viele Tausende von hier des Hungers und der Verfolgung wegen ausgewandert sind. So wie jetzt eine Einwanderung nach Europa aus den nämlichen Gründen stattfindet.

Bei einem individuellem Bummel durch Antwerpen – eine sehr schöne Stadt mit ganz viel Leben – konnten wir den Flair dieser Stadt erspüren.

Zum Ausklang des Tages wurde die ganze Gesellschaft noch zu einem sehr guten Abendessen in das Van der Falk Motel Dennenhof eingeladen.

Da wir zum ersten Mal an einer solchen Fahrt teilgenommen haben bleibt mir nur festzustellen, dass unsere Gastgeber in Brasschaat wirklich alles unternommen haben, uns zu verwöhnen und ihre schöne Gemeinde und das nahegelegene Antwerpen von der besten Seite zu präsentieren. Was nicht zuletzt auch an den sehr herzlichen Delegierten Carina, Anita, Christel und Bert gelegen hat.

Um kurz vor 01:00 Uhr gelangten wir wieder in Bad Neuenahr-Ahrweiler an. Dass der folgende Sonntag in erster Linie Ruhetag war ist da sicher verständlich.