Schlagwörter

, , , , , , , , , , ,

Auf dem Kulturangebot dieser Woche stand ein Multimediavortrag über den „Reformer der Schönheit – Karl Friedrich Schinkel (13.3.1781 – 9.10.1841) von Prof. Dr. Alexander Hennig, den ich, zusammen mit einer Vielzahl anderer, am Donnerstag besuchte. Prof. Hennig lehrt an der Universität Mannheim BWL und die Beschäftigung mit Musikern und Architekten, aus der heraus sich die von ihm gestalteten Vorträge entwickelten, ist sein Hobby, und mensch merkt, dass viel Liebe dahinter steckt.

K. F. Schinkel – bei dessen Namen mir immer zuallererst die neue Wache in Berlin einfällt – war nicht nur Architekt und Baumeister, sondern auch Maler, Bühnenbildner, Panoramamaler, Architekturtheoretiker, Begründer des Denkmalschutzes und wohl der bedeutendste Designer des 19. Jahrhunderts.

Prof. Hennig stellte zunächst das familiäre Umfeld und den Werdegang dieses genialischen Künstlers vor, der mit sechs Jahren, nach dem Brand in Neuruppin 1787, den Vater verlor und früh in der Musik und dem Zeichnen seine Liebe fand. Nach dem Umzug von Neuruppin nach Berlin erkannte Schinkel, aufgrund einer Ausstellung mit Architekturzeichnungen des 9 Jahre älteren Friedrich Gilly, sein wahres Ziel, er wollte Baumeister werden. 1798 verließ er das Gymnasium und besuchte die Bauschule der Gillys. Nach dem Tod von Friedrich Gilly führte er dessen Werk fort.

1803 trat Schinkel eine ausgedehnte Italienreise an, die seine Entwicklung enorm förderte. In zahllosen Skizzen, Zeichnungen und Aquarellen hielt er seine Eindrücke fest. Im Jahre 1810 erhielt er, aufgrund der Empfehlung Wilhelm von Humboldts, eine Anstellung als Geheimer Oberbauassessor bei der Berliner Oberbaudeputation, deren Leiter er 1828 wurde.

Karl Friedrich Schinkel lebte für seine Kunst und seine Bauten. Die ständige Überlastung führte dazu, dass sein Gesundheitszustand sich zusehends verschlechterte, was ihn jedoch nicht dazu brachte sein Arbeitspensum zu reduzieren. Nach einem einjährigen Siechtum starb er dann in seinem 61. Lebensjahr.

Schauspielhaus

Schauspielhaus

In dem 80minütigen Vortrag schüttete Prof. Dr. Hennig eine Fülle von Informationen, unterlegt mit entsprechenden und für sich selbst sprechenden Bildern und umrankt von der dazu passenden Musik, über seine Zuhörer aus. Das Leben und Wirken von Karl Friedrich Schinkel wurde so wieder lebendig.

Allerdings, und das ist nur eine leise Kritik, sollte Prof. Hennig bedenken, dass die wenigsten seiner Zuhörer Studenten sind, die seinen schnell vorgetragenen Ausführungen mühelos folgen können, und die Musik sollte neben dem gesprochenen Wort nicht so laut sein.