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Richtig schöne Sommertemperatur, die Schwüle der Vortage war endlich vorüber, ein leckeres Mittagessen bei unserem Lieblings-Italiener,

Erdbeer-Pistazien-Tiramisu, ich hätte immer weiter essen können

Das Dessert, ein Erdbeer-Pistazien-Tiramisu, ich hätte immer weiter essen mögen

dem Milano, und abends ein moderierter Klavierabend mit der Pianistin Iris von Zahn, unter dem Thema „Die blaue Blume der Romantik“. Dazwischen ein Kapitel aus Thomas Manns „Der Zauberberg“, wie reich und schön kann doch die deutsche Sprache sein, gelesen.

Der Beginn war Franz Schubert gewidmet mit dem Klavierstück es-moll, D 946. Hierauf folgte das Gedicht „Die blaue Blume“ von Joseph von Eichendorff:

Ich suche die blaue Blume,
Ich suche und finde sie nie,
Mir träumt, dass in der Blume
Mein gutes Glück mir blüh.

Ich wandre mit meiner Harfe
Durch Länder, Städt und Au’n,
Ob nirgends in der Runde
Die blaue Blume zu schaun.

Ich wandre schon seit lange,
Hab lang gehofft, vertraut,
Doch ach, noch nirgends hab ich
Die blaue Blum geschaut.

und ein Auszug aus Novalis‘ „Heinrich von Ofterdingen“, mit dem dieses Symbol eingeführt wurde. Danach erklang der 2. Satz aus dem Impromptu Es-Dur, D 899.

Iris von Zahn erzählte

Die sympathische Pianistin beim Vortrag ...

Die sympathische Pianistin beim Vortrag …

dann von der Zeit als in Frankreich sich die großen Komponisten und Virtuosen geballt zusammen fanden und es üblich war, „gute Speisen und Kunst zu verkosten“, ehe sie zwei Lieder von Franz Schubert, in der Bearbeitung von Franz Liszt, „Ständchen“ und „Frühlingsglaube“, zur Aufführung brachte.

... und beim Spiel

… und beim Spiel

Nach der musikalischen Darbietung zitierte sie aus einem Brief Heinrich Heines aus dem Jahr 1841, in dem dieser über das „ständige, schauderhafte und rein technische Spiel mit dem Piano forte“ in den Salons lästerte. Von dieser Kritik ausdrücklich ausgenommen waren nur Franz Liszt und Frédéric Chopin. Der letztere stand dann im Mittelpunkt des folgenden Musikteiles vor der Pause mit der Etüde op. 10,12, c-moll, der Etüde op. 25,1, As-Dur, dem Impromptu op. 66, cis-moll und der Konzertetüde „Waldesrauschen“.

Nach der Pause erklang der 3. Satz, das Scherzo, aus der Sonate op. 5, f-moll von Johannes Brahms, gefolgt von der Rezitation eines Briefes Robert Schumanns an Clara.

Worauf die Fantasie c-Dur, op. 17 von Robert Schumann, den Abschluss bildete, von der technisch brillanten Pianistin, wie die Stücke zuvor, mit viel Leidenschaft vorgetragen.

Unglücklicherweise trafen eine hart spielende Pianistin und ein unglaublich hart gestimmter Flügel an diesem Abend aufeinander, so dass der gestrige Tag nur (fast) perfekt geworden ist. Aber das ist nicht schlimm, denn wie heißt es in dem großartigen Film „Manche mögen’s heiß“ zum Schluss doch so treffend „Nobody’s perfect“.