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Laut etymologischem Wörterbuch des Duden bedeuten:

Urlaub kommt vom mhd. urloup = Erlaubnis

Ferien ist aus dem lat. fēriae entlehnt = Festtage, geschäftsfreie Tage, Ruhetage

Reisen kommt aus dem ahd. reisōn = eine Reise machen

Da wir Augustinum-Bewohner faktisch im Dauerurlaub bzw. – in -ferien sind bleibt für uns nur das Reisen übrig 😀. Und auch genau das haben wir, meine Frau und ich, in den letzten Tagen gemacht.

Nach rund 40 Jahren haben wir uns wieder mal entschlossen eine Busreise mitzumachen,

Unser Reisebus

die von einem, in Ahrweiler niedergelassenen Unternehmen angeboten wurde.

In der Früh um 7:00 Uhr fuhren wir los. Über die A 61 und später A 81 ging die Reise an Konstanz und Vaduz vorbei. Bequeme Sitze, ein Lenker der sicher und flott fuhr, sowie ausreichend häufige Pausen sorgten dafür, dass wir am Abend um 6 Uhr ausgeruht unser Ziel, das Morosani Posthotel in Davos,  erreichten.  Sogleich nach einem Begrüßungs-Apéro und dem Abendessen, ein 4-Gänge-Menu, fuhren wir mit der Standseilbahn hinauf zur Schatzalp, 1.865 m ü.M. (mit der Gästekarte sind alle Bergbahnen und Stadtbusse von Davos kostenlos zu befahren). Da ich gerade den „Zauberberg“ von Thomas Mann lese, hat mich das ehemalige Sanatorium und heutige

Das Hotel Schatzalp in der Abenddämmerung.

Das Hotel  in der Abenddämmerung.

Hotel Schatzalp, Vorbild für den Roman, natürlich besonders interessiert. Nach einem abschließenden Bummel durch Davos ging es dann, rechtschaffen müde, in die Falle.

Leider war dieser erste Tag dann auch der letzte mit gutem Wetter. Am Morgen war der Himmel wolkenverhangen und dichte Nebelschwaden zogen sich an den Berghängen entlang. DSC04097

Der Rhein zwängt sich durch die Via Mala Schlucht

Der Rhein zwängt sich durch die Via Mala Schlucht

Bei der Via Mala, die wir am zweiten Tag besuchten, war es wenigstens noch trocken aber in Chur, unserem nächsten Ziel, ging ein Platzregen nieder. Bei diesen Verhältnissen wird auch die schönste Stadt nicht gerade anziehend. Ich habe zwar einige Aufnahmen gemacht, aber wie gesagt. Das 4-Gänge-Menu am Abend sorgte wieder für eine Entschädigung.

Der folgende Tag begann mit der Busfahrt nach Chur, wo wir unsere Tour mit dem Glacier Express begonnen haben.

Ein Bild sagt mehr als 1000 Worte

Ein Bild sagt alles

Durch die Rheinschlucht, an Disentis, der größten romanischsprachigen Gemeinde der Schweiz, vorbei, hoch zum Oberalppass (2033 m ü.M.) und wieder hinunter nach Andermatt, führte die Fahrt mit dem Panoramazug. Leider, siehe Bild. Der Oberalppass war komplett im Nebel versteckt. In Andermatt wurden wir dann wieder vom Bus übernommen. Entlang des Vierwaldstätter Sees nach Brunnen, über Einsiedeln und vorbei am Walensee ging es wieder zurück nach Davos. In unserem Hotel erwartete uns das wie immer ausgezeichnete  4-Gänge-Menu. Auch der, nach dem Abendessen, obligatorische Bummel durch Davos (gut beschirmt) durfte nicht fehlen.

Nicht mehr ganz so viel Regen hatten wir dann bei unserer Fahrt mit der Arosabahn. Wieder mit dem Bus nach Chur (Höhe 593 m) gebracht ging es von hier mit der Gebirgsbahn hinauf nach Arosa (1775 m ü.M.). AufDSC04258 DSC04261 DSC04266

dieser Strecke windet sich die Bahn durch ein tiefes Tal hinauf in den Klimakurort Arosa, der weitgehend autofrei ist.

In Arosa selbst hatten wir auf unserem Rundgang durch die Stadt einmal regenschirmfreies Wetter.

Ein Erlebnis der besonderen Art.

Buntes Arosa

Buntes Arosa

Mit der Bahn wieder zurück nach Chur und von dort mit dem Bus an das Hotel in Davos. Richtig: zum Abschluss ein 4-Gänge-Menu. Da wir aber abends nicht mehr so viel essen mögen, haben meine Frau und ich immer auf das Horsd’œuvre oder die Suppe verzichtet. Und weil wir möglichst wenig Fleisch essen, konnten wir dieses an unsere netten Tischnachbarn abgeben. So war uns allen gedient.

Die letzte, und in meinen Augen die großartigste, Bahnfahrt folgte am nächsten Tag mit dem Bernina Express.DSC04330 DSC04340 DSC04341 DSC04346

Von Davos fuhren wir mit dem Zug durch das Albulatal, durch Kehrtunnel ins Engadin hinauf zum Bernina Pass. Vorbei an Poschiavo und Brusio nach Tirano. Dort strahlte die Sonne vom Himmel, so dass wir unser Mittagessen im Freien verzehren konnten. Das Wetter war den ganzen Tag trocken aber immer noch diesig und in den Höhen neblig. In Tirano holte uns Jürgen, unser Fahrer und Reiseleiter, wieder mit dem Bus ab und brachte uns über den Flüela-Pass zurück nach Davos. Was jetzt kommt ist ja klar.

Nach einem ausgiebigen Frühstück (das Frühstücksbuffet war jeden Morgen reich gedeckt) mit echtem Birchermüsli wurde dann die Heimreise um 8:30 Uhr angetreten. Unterwegs wurde das Wetter immer besser. Zur Abwechslung führte die Route durch das Rheintal, den Walensee über Basel und Freiburg nach Bad Neuenahr-Ahrweiler. Abends um 19:00 Uhr betraten wir wieder das Augustinum.

Zur Erholung besuchten meine Frau und ich unseren Lieblings Italiener, das Milano zum Mittagessen. Spaghetti „Monte e Mare“ mit Pfifferlingen und Scampi, für mich und meine Frau aß Tagliolini mit Pfifferlingen. Das Dessert war wieder eine Sünde wert:

Basilikum-Sorbet auf Erdbeer-Carpaccio

Basilikum-Sorbet auf Erdbeer-Carpaccio

Zum Abschluss noch eine kleine Betrachtung. Ob in Davos, Andermatt, Arosa oder Chur, überall gehörten Juden in ihren dunklen Gewändern zum normalen Stadtbild. Wie beschämend, dass bei uns jüdische Einrichtungen von der Polizei geschützt werden müssen. Die Straßen, egal ob Autobahnen, Land- oder Passstraßen sind frei von Schlaglöchern. Und als wir in Freiburg/Brsg. den Parkplatz anfuhren war dieser unglaublich verdreckt (eine Ratte spazierte gemütlich am helllichten Tag von einem Gebüsch zum nächsten). Es komme niemand mit der Ausrede von den Ausländern. Die Schweiz hat prozentual einen wesentlich höheren Anteil als Deutschland. Das ist es also ganz bestimmt nicht.

Als allerletztes wieder einen Schwanenteich-Vers:

Am Schwanenteich die Leut’
die sind noch recht mobil
sie treiben nicht nur Sport
sie reisen auch noch viel
Paris, Berlin, Andorra,
Davos oder auch Wien
überall kannst du sie siehn