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Es kommt leider nicht allzu häufig vor, dass leitende Manager oder auch Politiker zu ihrer Verantwortung stehen. Der VW-Boss hat es getan.

Ich kann mich nur an ganz seltene Ausnahmen erinnern, bei denen dies geschehen ist. In der Politik war es seinerzeit Werner Maihofer, der, nach einer Panne bei den Ermittlungen im Fall der Entführung von Hanns Martin Schleyer, und Informierter beim Lauschangriff Traube, als politisch Verantwortlicher die Konsequenz zog und zurück trat. Auch Willy Brandt trat von seinem Amt zurück, obwohl er ja Opfer der Spionageaffäre war.

Wann oder um was muss es gehen, dass ein an der Spitze Stehender so konsequent reagiert? Ist es ein bestimmter Betrag, der Druck von außen oder die moralische Erkenntnis des Betroffenen? Genügt zu sagen: „ich habe von nichts gewusst“, „ich war zu vertrauensvoll“, nicht schon um den Verbleib an der Spitze eines Unternehmens oder politischen Amtes zu verunmöglichen? Ist diese Aussage nicht schon selbst das Eingeständnis dafür, seinem Amt oder seiner Position nicht gerecht geworden zu sein?

Bei der heutigen Politiker- und Managerkaste scheint es gang und gäbe sein eigenes Fehlverhalten auszusitzen und nur dann den Stuhl zu räumen, wenn der Druck von außen nicht mehr ausgehalten werden kann.

Ich finde das schade. Und deshalb meine Anerkennung für das konsequente Verhalten von Herrn Winterkorn.