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Mit den Zahlen aus dem, von der Deutschen Post veröffentlichten Glücksatlas – Deutschland liegt mit einem Zufriedenheitswert von 7,0, bei einer Skala von 1 bis 10, auf dem 9. Platz in Europa – eröffnete Dr. Thomas Ebers, am Dienstag, den „Philosophischen Gesprächskreis“ mit dem Titel: „Glücksmarie oder Pechmarie – Was kann ich zu meinem Glück beitragen?“ Sogleich begann eine rege Diskussion darüber was Glück ist und ob Zufriedenheit mit Glück gleichgesetzt werden kann. In der Antike war der Begriff Glück mit einer Haltung verbunden, mensch musste etwas beitragen. Nach Sokrates war Glück das Lebensziel, nach dem jeder strebt, war es ein gelingendes Leben in dem der Mensch mit sich im Reinen ist und das tugendhaft geführt wird. Die hierfür notwendigen Tugenden – die sogenannten Kardinaltugenden – waren: Besonnenheit, Gerechtigkeit, Frömmigkeit (bei Platon: Klugheit) und Tapferkeit. Was soviel bedeutet wie in einer vorhersehbaren Situation richtig zu handeln. Glück war also nicht etwas, das einem zufällt, es musste erarbeitet, verdient sein.

Während also in der Antike und im Mittelalter das Glück etwas Erstrebenswertes war, sagte Kant: „Über Glück nachzudenken ist uninteressant“. Für ihn war dies kein Gegenstand der Ethik. Er ersetzt den Begriff Glück durch Pflicht und führt aus:

… Glückseligkeit kann zu Lebzeiten nicht erreicht werden, denn Glücksstreben schränkt Handeln und Pflicht ein. …

Der Philosoph Wilhelm Schmid prägte für die heutige Gesellschaft den Begriff vom „Wohlfühlglück“. Es drehe sich alles nur noch um ein gutes glückseliges und nicht mehr um ein glückswürdiges Leben. 

Und hier findet sich auch die Verknüpfung mit dem Märchen von der Gold- und Pechmarie. Während die eine alles dafür tat um durch die Taler (Glück) belohnt zu werden, meinte die andere, dass Faulheit und das Warten auf das Glück (Zufall, Lottogewinn oder was auch immer) ausreichend sei.

Zum Abschluss der Gesprächsrunde zitierte Dr. Ebers Berthold Brecht:

Ja, renn nur nach dem Glück
doch renne nicht zu sehr
denn alle rennen nach dem Glück
das Glück rennt hinterher.

Bemerkenswert für mich war dann, am Abend, ich lese zur Zeit „Solar“ von Ian McEwan, folgende Zeilen zu finden:

Wir brauchen sehr viel mehr als Tugend. Tugend ist eine zu kleine, zu begrenzte Kraft. Tugend kann das Tun des Einzelnen bestimmen; für mehrere, Gesellschaften, eine ganze Zivilisation, ist sie ein zu schwacher Motor. Nationen verhalten sich niemals tugendhaft, auch wenn sie sich das gelegentlich einbilden. Der Mensch als Masse ist mehr von Gier bestimmt als von Tugend.

Wenn das nicht Stoff genug ist weiter über dieses Thema nachzudenken!?