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Eine Spurensuche aus christlicher Sicht hieß der Vortrag, den am Montag Frau Prof. Dr. theol. habil Dr. med. Doris Nauer, im Rahmen der Koffer-Ausstellung, hielt.

Zunächst stelle sie sich mit ihrem bemerkenswerten Berufsweg vor. In Bamberg, Berlin und Nürnberg studierte sie katholische und evangelische Theologie sowie Medizin. Evangelische Theologie studierte sie, um zu wissen wie diese Kirche denkt, denn für sie selbst,  egal ob katholisch, evangelisch, orthodox oder jüdisch,

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Ausstellungskoffer

gibt es nur eines was zählt, sie ist Christin. Nach ihren Studien verbrachte sie 18 Monate in einem Hospiz in England (nach ihren eigenen Worten: „die schönste Zeit meines Lebens, nie wurde mehr gelacht, gefeiert und gelebt als dort,  unter diesen Todkranken, und obwohl jeder von ihnen eine Schmerzpumpe implantiert hatte und sich hätte überdosieren können ist dies nicht einmal geschehen.“). Danach verbrachte sie einige Zeit in Holland. Nach ihrer Professur in Tübingen lehrt sie jetzt an der PTHV (Philosophisch-Theologische-Hochschule in Vallendar).

Nach dieser Einleitung stellte Frau Nauer das Menschenbild aus christlicher Sicht dar. Mit einem Bild des Freskos von Michelangelo „Die Erschaffung Adams“ zitierte sie Genesis 2.7 „… und also war der Mensch eine lebendige Seele“.  Und dies sei der wichtigste Punkt. Der Mensch ist nicht ein Körper und eine unsterbliche Seele sondern eine gute Seele als Einheit. Das in unseren

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Stefan Maria Glöckners Koffer

Köpfen präsente Bild von Körper und Seele ist nicht christlich geprägt sondern philosophisch. Platon erdachte dieses dualistische Menschenbild, das bei Plotin (Begründer des Neuplatonismus) in der Vorstellung gipfelte, der Körper sei der Feind des Menschen. Dieses Bild wurde dann von Augustinus (einem der lat. Kirchenlehrer) für das Christentum übernommen.

Das christliche Menschenbild ist jedoch das eines Seelenwesens, das Geist, Körper, Psyche und Sozialempfinden ist. Ein Seelenwesen, das auf der Wanderschaft ist, um sich selbst zu erfahren und es ist Bundespartner Gottes. Menschsein heißt auch gleichzeitig begrenzt sein. In dieser Begrenztheit lebt der Mensch sündig aber erlöst und ist ohne Schuld. Hier beginnt auch die Trennung vom Judentum (s. Kelsos, der eine Streitschrift gegen das Christentum veröffentlichte, in der er dieses als eine Verfälschung der jüdischen Religion bezeichnete), da durch Christus alle Menschen erlöst wurden.

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Ausstellungskoffer

Für den Christen kann es keine Reinkarnation geben, keine Auflösung in kosmische Energie sondern die ganze Seele (Seelenwesen) – und das ist dann auch die Antwort auf die gestellte Frage – geht in das ewige Leben bei Gott ein. Nicht die Drohbotschaft (mit der die Kirche Jahrhunderte lang die Menschen knechtete) sondern die Frohbotschaft, die Auferstehung an Ostern und der Erlösung, sei zu verkünden.

„Prüft alles und behaltet das Gute“ gab Frau Prof. Nauer ihren Hörern mit auf den Weg.