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Vermutlich war es dem Thema geschuldet, dass zu dieser „Philosophischen Gesprächsrunde“ mit Dr. Thomas Ebers so viele Besucher gekommen waren. Gleich zu Beginn stellte einer der Teilnehmer die These auf, dass der Mensch nur über 2 % Wissen verfügt, der Rest jedoch auf Glauben beruht, wobei eine Teilnehmerin sogar von nur 0,5 % ausging. Was aber ist unter Glauben zu verstehen? Zunächst wurde differenziert zwischen Glauben im alltäglichen Gebrauch und dem religiösen Glauben. Grundsätzlich beruht Glauben im Vertrauen in etwas. Laut Ulrich Beck leben wir in einer Risikogesellschaft und Niklas Luhmann versteht Vertrauen als riskante Vorleistung.

Vertrauen: Zuversicht, fester Glaube an jemandens Zuverlässigkeit, guter Glaube daran, dass jemand sich in bestimmter Weise verhält (WAHRIG: Deutsches Wörterbuch)

oder auch

Vertrauen, (soziale) Normen und Netzwerke sind die zentralen Faktoren des Sozialkapitals. Dieses ist als kollektives Gut unerlässlich für eine funktionierende Zivilgesellschaft. Robert D. Putnam

Auf was aber ist zu vertrauen? Dem System, dem Selbst oder den Experten?

Scheinbar einfacher ist es mit dem Glauben aus religiöser Sicht. Anhand des Labyrinthes erklärt Dr. Ebers, dass in der Antike das Labyrinth etwas war in dem sich der Mensch unwiederbringlich verlor (s. gr. Mythos um Theseus und Ariadne), denn alles war ein Geschenk der Götter und von diesen bestimmt. Im Mittelalter, in der Zeit der Aufklärung, hingegen war es der Mensch, der sich auf dem Weg zu Gott befand und so führte das christliche Labyrinth über verschlungene Wege zur Mitte (zu Gott) und mensch ging darin nicht verloren. Für die Neuzeit gilt, dass das Ich Gottvertrauen herstellen muss. Während in Deutschland je 30 % Katholiken und Protestanten leben, ist die Mehrheit mit 40 % keiner Konfession mehr angehörig bzw. nichtchristlichen Glaubens.

Im Gegensatz beruft sich Wissen auf die Wissenschaft, d. h. darauf, dass eine Erkenntnis von anderen nach überprüfbaren Kriterien verifizierbar ist. Wobei ganz wichtig ist, dass Wissenschaft nicht mit Wahrheit gleich zu setzen ist. Wissenschaft kennt keine Wahrheit!  Paul Feyerabend (1924 – 1994) formulierte dies so:

Es lassen sich keine universellen und ahistorischen wissenschaftlichen Methoden formulieren, produktive Wissenschaft müsse vielmehr Methoden nach Belieben verändern, einführen und aufgeben dürfen. Zudem gebe es keine allgemeinen Maßstäbe, mit denen man verschiedene wissenschaftliche Methoden oder Traditionen bewerten könne. Das Fehlen allgemeiner Bewertungsmaßstäbe führt Feyerabend zu einem philosophischen Relativismus, nach dem keine Theorie allgemein wahr oder falsch ist.

Oder mit einem Bonmot ausgedrückt, Wissenschaft heißt: nicht wissen was ist, aber etwas besseres haben wir nicht.

Aus all dem ergibt sich die Erkenntnis, dass zwischen Glauben und Wissen nicht klar zu trennen ist. Wissenschaft will erklären was richtig ist, aber das muss nicht wahr sein; während Glauben, besonders der religiöse, nach Wahrheit verlangt.

Nach dieser geistigen Nahrung war für meine Frau und mich klar, dass diese ihren materiellen  Ausgleich finden muss. Und so führte unser Weg wieder mal zum „Milano da Gianni“, wo wir uns nach „zwei gefüllte Nudelsorten“ ( Panzerotti in Salbeibutter mit Spinatricotta gefüllt und Saccottini mit Birne gefüllt in Gorgonzola-Walnuss-Sauce) an einer neuen Dessert-Kreation verlustierten.

Mandel-Zimt Parfait m. Barolo-Birne u. Schokoladen-Sauce

Mandel-Zimt Parfait m. Barolo-Birne u. Schokoladen-Sauce