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Wenn mensch sich entscheidet sein Domizil in eine Senioren-Residenz zu verlegen, dann ist das Thema „Loslassen“ angesagt. Meist ist es eine große Wohnung von der auf eine viel kleinere Einheit reduziert werden muss, oft sogar ein Haus. Was passt noch von den vorhandenen Möbeln, wovon will, kann oder muss ich mich trennen?

Für meine Frau und mich waren diese Entscheidungen relativ einfach und als es soweit war, haben wir, nach dem Verkauf unserer Wohnung, den Schlüssel auf den Tisch gelegt, die Tür zugezogen und gesagt: „das war’s“. Relativ sage ich deshalb, weil die Trennung von meinen Büchern das schwierigste Unternehmen war. Nahezu 2000 Exemplare – Fotos und Platten hatte ich zuvor digitalisiert – mussten zurück bleiben, und um jedes einzelne tat es mir leid. Diejenigen Bücher die mir unverzichtbar schienen sind immer noch so zahlreich, dass sie über die ganze Wohnung verteilt werden mussten.

Ein Trost war nur, dass im Augustinum eine umfangreiche Bibliothek vorhanden, und auch die Stadtbibliothek Bad Neuenahr-Ahrweiler sehr gut sortiert, ist. Und doch gibt es immer wieder mal ein Buch das in keiner dieser Bibliotheken zu finden ist, (das kaufe ich dann im hiesigen Buchhandel und verkaufe es wieder über das Internet oder verschenke es) oder das ich nicht nur lesen möchte sondern das mich die nächsten, und wohl letzten Jahre, begleiten soll.

Zu den Letzteren gehören die, erst vor Kurzem gekauften, nachstehend beschriebenen, Werke:

„Das Decameron“ von Giovanni Boccaccio (das ich schon in meiner Jugendzeit gelesen hatte) in einer neu übersetzten, vollständigen und kommentierten Veröffentlichung des Reclam Verlages, versehen mit den Holzschnitten

Seitenansicht

Seitenansicht

der venezianischen Ausgabe von 1492 (das ich im Gesamtkatalog des Verlages gefunden habe).

Cover

Cover

Decameron deshalb, weil im Mittelalter die Zahl 100 für die Vollkommenheit stand. In seinem Werk lässt Boccaccio 10 junge Adlige (7 davon weiblich), zur Zeit der Pest in Venedig, aufs Land fliehen, wo sie sich dann, zur Unterhaltung und Belehrung, reihum, an 10 Tagen, insgesamt 100 Geschichten über die Liebe in allen Variationen erzählen.

Ganz anders dieses Buch, ein Comic (sonst eigentlich nicht so meine Lektüreform, aber, nicht zuletzt seit Asterix, sind Comics zu einer beachteten Literaturgattung geworden) mit dem Titel „Logicomix, eine epische Suche nach Wahrheit“, von Apostolos Doxiadis und Christos H. Papadimitriou, mit der Grafik von Alecos Papadatos und Annie di Donna,

Cover

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das ich in der Auslage bei meinem Buchhändler entdeckte. In diesem Buch werden die

Seitenansicht

Seitenansicht

unterschiedlichsten Lebensläufe von Logikern vorgestellt; von ihren Theorien und ihren intellektuellen Kämpfen erzählt.

 

 

Wieder etwas ganz anderes ist „Sämtliche

Buchcover

Buchcover

Gedichte“ von Emily Dickinson in der Übersetzung von Gunhild Kübler. Auf dieses Buch wurde ich durch die Sendung „Druckfrisch“ von Denis Scheck aufmerksam. In der zweisprachigen Dünndruck-Ausgabe werden die über 1700 Gedichte Dickinsons abgedruckt, übersetzt und kommentiert. Eine lebenslange Lektüre. Hier ein Zitat aus diesem Buch des Hanser-Verlages.

Gedicht Nr. 1184
Wir machen uns bekannt
Mit Blumen und Planeten
Sind aber bei uns selber
Steif
Ehrfürchtig
Verlegen

Nochmals anders ist meine neueste Errungenschaft:

Buchrücken mit Siegel

Windrose

Windrose

Seitenansicht und eine der vielen Beilagen

Seitenansicht und eine der vielen Beilagen

Schuber mit Siegel

Schuber mit Siegel

 

 

 

 

 
„Das Schiff des Theseus“ von J. J. Abrams und Doug Dorst, ein mehr als außergewöhnlich konzipiertes Buch, eher einer Truhe vergleichbar die, versteckt und fast vergessen, auf dem Speicher entdeckt wurde. Vorsicht jedoch beim Blättern, da liegen so viele Zettel drin, dass mensch aufpassen muss, dass sie nicht herausfallen. Den Hinweis auf dieses besondere Buch verdanke ich ebenfalls der Sendung „Druckfrisch“.

Wie findet mensch seine Bücher? Ich verfolge z.B. die literarischen Sendungen im TV, wie „Druckfrisch“ ARD, „Lesenswert“ SWR, „Das literarische Quartett“ ZDF (die kommen zwar immer relativ spät, aber es besteht ja die Möglichkeit der Aufzeichnung oder die Nutzung der entsprechenden Mediatheken), und ich schaue immer mal gern auf die Website http://www.perlentaucher.de. Ebenso beachtenswert ist der Blog von Ulrike Sokul http://www.leselebenszeichen.wordpress.com. Dann selbstverständlich jede Buchhandlung besuchen (muss ja nicht immer was gekauft werden), in den Antiquariaten stöbern und die Bücherkisten auf den Flohmärkten durchwühlen. Nur so haben auch die Bücher die Chance dich zu finden.