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Am Sonntag, Uhr 19:30 begrüßte unsere Direktorin die zahlreich erschienenen Besucher, darunter sehr viele auswärtige, und wünschte allen ein gutes neues Jahr. Ausgehend vom Jahresmotto der Augustinum-Häuser „Rituale – Spielregeln des Lebens“ (leider wurde das Motto offensichtlich ohne Berücksichtigung der genauen Definition bestimmt, denn Rituale sind nun mal keine Spielregeln, Spielregeln sind einfach Spielregeln, auch wenn sie möglicherweise traditionellen Ursprungs sind. Siehe hierzu auch meinen Blog RITUALE. Aber wie auch immer, wichtig ist das MITEINANDER und ZUSAMMEN.) stellte Frau Hillesheim das im Jahr 2016 zu erwartende Kulturprogramm vor, das vom Kabarett, über Konzerte und Vorträge, bis zur Theateraufführung wirklich alles enthält.

Danach kam der Auftritt der „Boogie-Connection“. Ich konnte mich nicht enthalten meiner Nachbarin zuzuflüstern: „die schleichen auf die Bühne wie eine Rentnerband“. Als die Musiker, Christoph Pfaff – Gesang, Gitarre, Mundharmonika; Thomas Scheytt – Piano; Hiram Mutschler – Schlagzeug, Platz genommen hatten und loslegten war von „Rentnerband“ aber überhaupt nichts mehr übrig geblieben. Gleich beim ersten Song „Don’t you know“ konnte Christoph Pfaff mit einer warmen Bluesstimme überzeugen. Pfaff, der auch die Moderation übernommen hatte, erzählte dann, dass die drei Musiker schon eine Matinee hinter sich hatten (das, gab meine Nachbarin zurück: „erklärt den Gang“), versprach aber gleichzeitig, dass sie munter und fit für den Abend seien.

Und, um es vorweg zu nehmen, das waren sie, und wie. Sie spielten einfach mitreißend.

Die Boogie Connection

Die Boogie Connection

Diese drei haben sich wirklich gefunden. Scheytt, der schon öfter bei uns aufgetreten war, gab am Piano wieder alles. Da spielten nicht nur die Hände, der ganze Körper war in Bewegung. Mutschler wurde für sein Solo am Schlagzeug mit Standing Ovation belohnt und die Gitarre von Pfaff sang und schluchzte, während seine Stimme jedem Song die eigene Interpretation gab. Ein Lied löste das andere ab und das Auditorium bewegte sich im Rhythmus oder, wie zwei Paare dies taten, tanzte mit.

Hervorzuheben ist auch noch folgende Geste: Einer unserer Bewohner, ein ganz großer Jazzfreund, liegt zur Zeit im Krankenhaus und die Band spielte für ihn, das von ihm gewünschte – so er dann hier gewesen wäre – Lied „Everyday I have the Blues“ als Gruß ins Spital.

Unterbrochen von der Pause für den Sektempfang, bei dem die Besucher Gelegenheit hatten nochmals auf das neue Jahr anzustoßen, ging es weiter. Dixie, Blues, Boogie und Rock’nRoll wechselten sich ab. Eine Eigenkomposition des Pianisten Thomas Scheytt, ein Boogie, war auch darunter. „They’re Red Hot“, „Messin´Around“, und, nach Standing Ovation für dieses Konzert, als Zugaben „There Must Be A Better World Somewhere“ und ein Chuck Berry Song.

Die Boogie Connection, diese drei Musiker, haben mit ihrer Performance Maßstäbe gesetzt und jede nachfolgende Gruppe wird sich daran messen müssen.

Kein Wunder schrieb Prof. Joe Viera, einer der grossen deutschen Jazztheoretiker, Musikdozent und Saxophonist im Jazzpodium (Ausgabe Juli/August 1998):

Stimmig, mitreissend, sicher im Aufbau von Spannung, sehr dufter Sound – Boogie Connection kann sich überall in Europa und den USA hören lassen .

wie auf der Homepage der Band zu lesen ist.

Und das war damals, inzwischen sind sie noch gereifter. Mehr konnten wir von diesem Abend wirklich nicht erwarten.