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Es gibt Wochen, die gehen still und „ereignislos“ vorüber. Andere wieder sind reich an besonderen Begebenheiten. Diese Woche war eine solche. Am Montag begann sie mit einem „Streifzug durch die amerikanische Literatur“, im Rahmen der VHS des Kreises Ahrweiler, präsentiert durch Dorothée Grütering.
Frau Grütering begann ihre Rückschau mit dem Hinweis, dass die amerikanische Literatur im 17. Jahrhundert in Neu England zu Hause war und die meisten dieser Druckerzeugnisse via London kamen. Über die Rationalisten wie Franklin und Jefferson kam sie zu den Romantikern. Hier sprach sie besonders die Dichterin Emily Dickinson (s. auch meinen Beitrag Bücherlust) an. Weitere Vertreter dieser Epoche sind Washington Irving, Herman Melville und Edgar Allan Poe. Die Renaissance, etwa 1840-1860, wurde in erster Linie von den Autoren der Romantik mitgetragen. Hinzu kamen Louisa May Alcott, Margaret Fuller sowie Harriet Beecher Stowe.

Zum Realismus, 1860-1900, stellte Frau Grütering zwei Autoren mit einem ihrer Werke vor. Da war zunächst Mark Twain und sein „Bummel durch Europa“, als Hörbuch. Mark Twain, wer kennt ihn nicht,  hat sich in diesem Buch ganz besonders Deutschland und seine Bewohner vorgenommen. Mit seinem bissigen Humor schildert er seinen Aufenthalt in Heidelberg. Da ich eine Gesamtausgabe von Mark Twain habe, kenne ich natürlich auch dieses. Ein weiterer Autor dieser Epoche war Henry James der mit seinem Buch „Die Europäer“ das Gegenstück präsentierte, nämlich die Erlebnisse eines europäischen Geschwisterpaares in Amerika. Frau Grütering lobt hier besonders die meisterhaften Dialoge. In Henry James‘ Büchern geht es hauptsächlich um die Frage: wie komme ich zu einer Frau, einem Mann?

Als Vertreter der Moderne, 1900-1950, wurden F. S. Fitzgerald und Carson McCullers, Thomas Wolfe und Harper Lee vorgestellt. In „Liebe in der Nacht“ von Fitzgerald werden 7 Lovestorys, in dem ihm eigenen Stil erzählt. Egal welche äußeren Verhältnisse herrschen, die Geschichten sind berührend und in einer eleganten Sprache geschrieben. „Das Herz ist ein einsamer Jäger“ von Carson McCullers (Lula Carson Shmith) spielt zwar in den amerikanischen Südstaaten, ist aber keineswegs nur ein lokaler Roman. Bei „Gehe hin, stelle einen Wächter“ von der Autorin Harper Lee ergeben sich viele Fragen, denn der Roman soll bereits 1957 geschrieben worden sein, wurde aber erst 2015 veröffentlicht. Außerdem bezieht er sich auf den großen Welterfolg „Wer die Nachtigall stört“, spielt inhaltlich jedoch in einer späteren Zeit. Während in „Wer die Nachtigall stört“ der Vater, der für die Rechte aller Menschen eintritt, ein übergroßes Vorbild ist, muss seine Tochter, in dem, eigentlich früher entstandenen Werk, erkennen, dass er ein Rassist ist. Auch bei Thomas Wolfe’s Werk „Von Zeit und Fluss“ handelt es sich um eine Fortsetzung, und zwar von „Schau heimwärts Engel“.

Die Postmoderne, ab 1950, wurde von Toni Morrison, Jonathan Franzen und Lily King repräsentiert. Toni Morrison, ein Afro-Amerikanerin, schildert in ihrem spannend zu lesenden Buch „Teerbaby“ die Rassen-, Gesellschafts- aber auch zwischenmenschlichen Konflikte. Hochgelobt und ein riesiger Seller-Erfolg war „Korrekturen“ von Jonathan Franzen. Ich habe schon einige Bücher dieses Autors gelesen, aber dieses Buch hat keinen besonders bleibenden Eindruck bei mir hinterlassen. Die letzte Buchvorstellung war „Euphoria“ von Lily King, erschienen 2015. Diesem Buch liegt das Leben von Margaret Mead zugrunde, ist aber keineswegs rein biographisch. Frau Grütering verstand es, mit ihrer erfrischenden Vortragsweise Interesse für die Neu- oder Wiederentdeckung der amerikanischen Literatur zu wecken.

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Am Dienstag dann konnten wir, aufgrund eines privaten Feiertages, wieder das Milano, noch immer unser absolutes Lieblingslokal, zu einem leckeren Mittagessen, aufsuchen.

Zu einem Glas Prosecco bzw. einem Sanbitter gab es die vom Haus spendierten Baguettescheiben mit Butter. Als Hauptgang, wir versuchen immer eine neue Speise zu finden, gab es Gebackene Nudelrollen mit Gorgonzola u. Parmigiano auf Basilikum-Tomatensoße, bevor es nach gehöriger Pause zum, für mich, Höhepunkt des Essens gekommen ist, dem Dessert Hippenblätter mit Joghurt-Mascarponecreme, frischer Mango und Passionsfruchtsauce. Was soll ich sagen, ein Bild sagt mehr als tausend Worte: IMG_1219

 

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Am Mittwoch folgte ein Vortrag von Dr. med. Magnus Heier mit dem Titel „Bewusstsein, Vernunft und klares Denken“, den ich aus privaten Gründen leider nicht besuchen konnte.

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Freitag dann der dritte Teil, von insgesamt fünf, des Seminars zur Fastenzeit „1517/2017 Reformation vor 500 Jahren – Schlüsselereignis der europäischen Kulturgeschichte: Was geschah? Was wirkt weiter?“. Dieses Seminar, über das ich nach Abschluss desselben in einem separaten Beitrag berichten werde, wird von unserer Mitbewohnerin  Helgrid Neisel, Pfarrerin i.R., gehalten und wurde von ihr selbst ausgearbeitet. Frau Neisel hat, mit dem jetzigen, schon insgesamt 6 Seminare in unserem Haus abgehalten.