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Dank der App „Artmapp“ war mir schon im Voraus bekannt, dass in Bern die Ausstellung „Chinese Whispers“ zu sehen ist. Da diese Ausstellung darüberhinaus, mit einem Teil der Exponate, im Zentrum Paul Klee residierte, war ein besonders glücklicher Umstand, denn ein Besuch dieses Zentrums, das im Jahr 2005 eröffnet wurde, entworfen von dem Stararchitekten Renzo Piano (Erbauer u.a. des Centre Georges Pompidou, Paris, und der, wie ich finde großartigen, Fondation Beyeler in Basel/Riehen), stand schon lange auf meiner Wunschliste. Im Untergeschoß waren diesmal Zeichnungen von Paul Klee und anderen, die sich mit der Bewegung des menschlichen Körpers und in der Natur befassten, ausgestellt. Die große Halle im Erdgeschoß war für „Chinese Whispers“ reserviert. Das Gebäude selbst besteht aus drei, miteinander verbundenen, hügelartigen Räumen. Im ersten befindet sich das Kinderzentrum, sowie Räume für Kongresse und Konzerte. Der mittlere Hügel beherbergt die Kunstausstellungen und der dritte, kleinste von allen, ist der Administration vorbehalten.

Zentrum Paul Klee

Zentrum Paul Klee

Der zweite Teil dieser Ausstellung wurde im Kunst-Museum-Bern präsentiert.

Kunstmuseeum Bern

Kunstmuseeum Bern

Das Kunstmuseum Bern ist das älteste Kunstmuseum der Schweiz und wurde 1879 eröffnet. Die Kunstsammlung reicht von der Gotik bis zur Gegenwart und enthält unter anderem noch einige der Werke von Paul Klee. Bis zur Eröffnung des Zentrum Paul Klee beherbergte das Kunstmuseum einen großen Teil der Werke Paul Klees. Hinzu kommen Sonderausstellung wie die „Chinese Whispers“.

Doch nun zur Ausstellung selbst. Der Begriff „Chines Whispers“ ist gleichbedeutend dem uns bekannten Spiel „Stille Post“, bei dem Kinder flüsternd eine Nachricht von Ohr zu Ohr weitergeben und am Ende von dem ursprünglichen Inhalt nicht mehr viel übrig bleibt. Dazu heißt es in der Einführung des Ausstellungsführers:

Deshalb eignet es sich in besonderem Mass als Metapher für die Beschäftigung mit zeitgenössischer Kunst aus China – einer Kunst, welche uns einerseits durch kulturelle, historische und politische Differenzen fremd ist und andererseits zunehmend vertraut wird, weil die weltweite Vernetzung sowie der Hunger des Kunstmarkts nach neuen Ausdrucksformen die chinesische Gegenwartskunst längst in den „Westen“ gebracht haben.

Während im Zentrum Paul Klee „Spuren des Wandels“ ausgestellt wurden, waren im Kunstmuseum die „Globale Kunst aus China“, „Zwischen Konsumwahn und Spiritualität“, und „Vom Umgang mit der Tradition“ zu sehen.

Die Installation „Fragments“ von Ai Weiwei, dem in Bejing und Berlin lebenden Künstler, wurde unter Verwendung von Holz aus ehemaligen Tempelbauten errichtet und soll darauf hinweisen wie mit dem chinesischen kulturellen Erbe umgegangen wird.

Ai Weiwei: "Fragments", aus dem Holz ehemaliger Tempelbauten

Ai Weiwei: „Fragments“, aus dem Holz ehemaliger Tempelbauten

Ai Weiwei: Detail aus "Fragments"

Ai Weiwei: Detail aus „Fragments“

He Xiangyu, der ebenfalls in Bejing und Berlin arbeitet und lebt, wiederum  zeigt mit seinem, aus Handschuhleder genähten Panzer, die bedrohlichen Seiten des Machtapparates (vermutlich nicht nur des chinesischen). Während Chen Wei mit seinem beleuchteten Stuhl „Chair and Bulb“, in mir eine Assoziation zu einem elektrischen Stuhl wachrief.

He Xiangyu: Panzer aus Handschuhleder genäht

He Xiangyu: Panzer aus Handschuhleder genäht

Chen Wei "Chair and Bulb"

Chen Wei „Chair and Bulb“

Die großformatigen Gemälde von Xue Feng, ausgestellt im Kunstmuseum, zeigen eine vermeintlich reale Landschaft, sind aber abstrakte Variationen der Kategorie „Landschaftsbild“. So lässt er sich beispielsweise vom Titelbild einer Tourismusbroschüre inspirieren, doch wiederholt er im Malprozess einzelne Bestandteile des Gemäldes zu Mustern und löst auf diese Weise ihre Gegenständlichkeit auf. Auf mich haben diese Gemälde, wegen ihrer Technik und schieren Größe, einen starken Eindruck gemacht.

Xue Feng: "Landschaftsbild"

Xue Feng: „Landschaftsbild“

Xue Feng Detail

Xue Feng Detail

Xue Feng: "Landschaftsbild"

Xue Feng: „Landschaftsbild“

Dies ist der Abschluss meiner kleinen Serie „Von der Ahr an die Aare“, unserem einwöchigen Aufenthalt in Bern.