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Unser Mitbewohner Norbert Weis hält nicht nur Seminare zum Thema Immanuel Kant (s. meine Beiträge „Zankapfel Moral I-III), von Zeit zu Zeit organisiert er auch mal einen Ausflug in unsere nähere, maximal für einen Tagesausflug geeignete, Umgebung. So ging es am 8. d. M. nach Oberwesel.

Blick auf Oberwesel

Blick auf Oberwesel

Dort hatten wir Gelegenheit uns ausführlich das „Günderode-Haus“,

Günderodehaus

Günderodehaus

bekannt aus der „Heimat 3“, anzusehen. Dazu erzählt der Regisseure Edgar Reitz:

Da stieß ich eines Tages auf die Lebensgeschichte der Caroline von Günderrode. In Karlsruhe, wo die Dichterin aus der Zeit der deutschen Romantik geboren war, hatte ich von ihrer unglücklichen Liebe zu dem Heidelberger Geschichtsprofessor Creutzer gehört. Ohne weiter zu recherchieren, brachte ich mein erdachtes Haus einfach mit der Liebesgeschichte der Günderrode in Verbindung und fand Gefallen an dieser Fiktion, denn sie gab dem Haus eine Faszination, und sie wurde bald zum Inbegriff für den Liebestraum meiner beiden Protagonisten. Als ich mir dann aber doch Material über die Dichterin besorgt und herausgefunden hatte, dass deren Vita überhaupt nicht zu Clarissas Traumhaus passte, beschloss ich, eine Legende daraus zu machen. Und wie das bei Legenden so ist: Einmal in die Welt gesetzt, sind sie hartnäckig und unausrottbar – selbst dann, wenn man eigens eine Filmszene erfindet, in der eine solche Legende widerlegt wird. So ist das Haus im Film zum „Günderrode-Haus“ geworden, obwohl es kaum Bezüge zur historischen Dichterin gibt.

Eigens für diesen Film wurde ein über 200 Jahre altes, marodes Fachwerkhaus aus dem Hunsrück

Günderode-Film-Haus

Günderode-Film-Haus

abgebaut und am Aussichtspunkt „Siebenjungfrauenblick“ (der auf der Sage beruht, dass im Rhein 7 Jungfrauen ertranken und dort sieben Felsen aus dem Wasser emporwuchsen – der genaue Hergang ist auf der Homepage von Oberwesel nachzulesen), oberhalb von Oberwesel, für die Filmaufnahmen neu aufgebaut und renoviert. Eigentlich sollte das Haus nach den Dreharbeiten wieder abgerissen werden. 2005 wurde es jedoch von Edgar Reitz als Filmmuseum und gastliche sowie kulturelle Stätte übergeben. Von hier aus hat mensch einen großartigen Blick in das Mittelrheintal und die zu Füßen liegende Stadt. Im Haus, noch mit den Originaltapeten versehen, selbst sind im oberen Stockwerk Erinnerungsstücke

Requisite aus Heimat 3

Requisite aus Heimat 3

Standfoto aus "Heimat 3"

Standfoto aus „Heimat 3“

an die Filme der „Heimat 3“ zu besichtigen. Das Restaurant im Erdgeschoß bietet lokale Speisen und hausgemachte Kuchen. Ich habe mir z. B. den „Schabbacher Kloß munden lassen, richtig gut. Die Küche wurde reihum gelobt.

Nach dem Aufenthalt im Günderodehaus fuhren wir mit dem Bus hinunter in die Stadt um der Kirche „Unserer Lieben Frau“ einen Besuch abzustatten.

Oberwesel mit Martin- und Marienkirche

Oberwesel mit Martin- und Marienkirche

Diese Kirche, mit deren Bau im Jahr 1308 begonnen worden war und der sich weit in das 14. Jahrhundert hinein zog, ersetzte eine romanische Vorgängerkirche, und ist reich mit Kunstwerken ausgestattet. Augenfällig ist der Lettner,

Der Lettner

Der Lettner

die Abtrennung zwischen dem Chorraum und Kirchenraum. Dahinter befindet sich der Goldaltar,

Der Goldaltar

Der Goldaltar

einer der frühesten und wertvollsten Schnitzaltäre des Rheinlandes. Weitere Blickpunkte sind die Orgel

Die Orgel

Die Orgel

von Franz Joseph Eberhardt aus der Zeit von 1470-75 und die „Fünfzehn-Zeichen-Tafeln“ von 1510.

Fünfzehn-Zeichen-Tafeln

Fünfzehn-Zeichen-Tafeln

Blick zum Kreuzgang

Blick zum Kreuzgang

Muschelfigur Anf. 18. Jhdt.

Muschelfigur Anf. 18. Jhdt.

St. Martin und Martinskirche um 1490, älteste Stadtansicht von Oberwesel

St. Martin und Martinskirche um 1490, älteste Stadtansicht von Oberwesel

Die "Chormadonna" oder auch "Schiffermadonna"

Die „Chormadonna“ oder auch „Schiffermadonna“

Chorfenster

Chorfenster

Kuppel

Kuppel

Epitaph Simon Rudolf II. von Schönburg 1608

Epitaph Simon Rudolf II. von Schönburg 1608

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Schlussstein des Kreuzganggewölbes

Kreuzganggewölbeabschluss

 

 

 

 

 

 

Auf der B9, den Rhein entlang ging es anschließend nach St. Goar, gegenüber

Privatgarten in St. Goar mit Blick auf Burg Rheinfels

Privatgarten in St. Goar mit Blick auf Burg Rheinfels

Loreley

Loreley

Loreley mit Ausflugsschiff

Loreley mit Ausflugsschiff

Der Loreley-Felsen

Der Loreley-Felsen

dem Loreleyfelsen. Hier hatten wir Ausflügler die Gelegenheit, im „Panorama-Restaurant-Loreley“  uns nochmals bei Kaffee und Kuchen, für die Rückfahrt zu stärken und die Beine zu vertreten. Immer dem Rhein entlang gelangten wir gesund wieder im Augustinum an.

Ich weiß nicht was soll es bedeuten,
Dass ich so traurig bin;
Ein Märchen aus uralten Zeiten,
Das kommt mir nicht aus dem Sinn.

Die Luft ist kühl und es dunkelt,
Und ruhig fließt der Rhein;
Der Gipfel des Berges funkelt
Im Abendsonnenschein.

Die schönste Jungfrau sitzet
Dort oben wunderbar;
Ihr goldnes Geschmeide blitzet,
Sie kämmt ihr goldenes Haar.

Sie kämmt es mit goldenem Kamme
Und singt ein Lied dabei;
Das hat eine wundersame,
Gewaltige Melodei.

Den Schiffer im kleinen Schiffe
Ergreift es mit wildem Weh;
Er schaut nicht die Felsenriffe,
Er schaut nur hinauf in die Höh.

Ich glaube, die Wellen verschlingen
Am Ende Schiffer und Kahn;
Und das hat mit ihrem Singen
Die Lore-Ley getan.