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„Farbenrausch und Leidenschaft: Frida Kahlo“ war der Vortrag von Dr. Silke Bettermann, vom 20.6.16, überschrieben. In ihrer lebhaften und leidenschaftlich eingenommenen Art für das Vortragsobjekt, machte Frau Dr. Bettermann mit der mexikanischen Malerin Frida Kahlo (1907-1954) bekannt, einer Künstlerin, die mit ihren Bildern die Herzen der Betrachter berührt. Frau Dr. Bettermann zeigte anhand der ausgewählten Kunstwerke, die sie auf die Großleinwand projizierte (und von denen ich einige mit dem iPhone abfotografiert habe), den Lebensweg von Frida Kahlo auf. Mit dem Maler Diego Rivera (1886-1957) verheiratet, der vor allem durch seine Wandbilder berühmt wurde, sah sie sich selbst im Schatten ihres Mannes stehend, bis sie sich, vorausgegangen war eine Affäre Diegos mit ihrer Schwester, von ihm emanzipierte

Frida Kahlo: nachdem sie sich von Diego emanzipiert hatte

Frida Kahlo: nachdem sie sich von Diego emanzipiert und ihr wunderbares Haar abgesäbelt hatte

und konsequent ihren eigenen Weg, künstlerisch und persönlich, ging.

Frida Kahlo war eine überaus schöne Frau, das Gesicht Mexikos

Frida Kahlo: Selbstbildnis

Frida Kahlo: Selbstbildnis

nannte Frau Dr. Bettermann sie, die, schon als Sechsjährige an Kinderlähmung erkrankt war, und später dann, im Alter von 18 Jahren, aufgrund eines Busunglücks, zusätzlich schwer verletzt wurde. Eine Eisenstange bohrte sich dabei durch ihr Becken und zwang sie in einen Ganzkörpergips und in späteren Jahren in ein Stahlkorsett. In ihrer langen Genesungszeit begann sie im Bett liegend zu malen. Nachdem sie, entgegen der medizinischen Voraussagen, wieder gehen konnte, lernte sie den Maler Diego Rivera kennen und später lieben, der ihre Malerei bewunderte und förderte. Wie er, war Frida Kahlo Mitglied in der kommunistischen Partei. In ihren Bildern verarbeitete sie ihre persönlichen Leiden und ihre Liebe zu ihrer Heimat.

Frida Kahlo: Selbstbildnis 1945

Frida Kahlo: Selbstbildnis 1945

Nachdem Ihr Ehemann immer wieder untreu war trennte sie sich von ihm und flüchtete sich in Alkohol, bisexuelle Affären, unter anderem auch mit Trotzki, und ihre Malerei. Beider Zuneigung blieb aber immer erhalten und sie heirateten später nochmals.

Frida Kahlos künstlerisches Schaffen wurde erst sehr spät, im Jahre 1953, mit einer Einzelausstellung

Frida Kahlo: Pflanzen

Frida Kahlo: Pflanzen

Frida Kahlo: Früchte

Frida Kahlo: Früchte

in Mexiko, gewürdigt. Da sie zu dieser Zeit wieder einmal ans Bett gefesselt war, ihr musste der rechte Unterschenkel amputiert werden, ließ sie sich in diesem zur Vernissage bringen. Diese wunderbare Künstlerin und überaus starke Persönlichkeit starb am 13. Juli 1954 an einer Lungenembolie.

Am 23.6. wurde dann im „Cinema Augustinum“ der großartige Film „Frida“  aus dem Jahr 2002 gezeigt. In diesem Film wurde das Leben der Künstlerin, das schlußendlich zu ihren Werke führte, thematisiert. In berauschend schönen Bildern und leuchtenden Farben wurden die Stationen dieser starken Frau nachgezeichnet. Erschütternd, berührend und auch erheiternd erstand das Kaleidoskop eines Lebens, das trotz aller widrigen Umstände tief erlebnisstark war und in künstlerischer Entfaltung kulminierte.

Beides, der Vortrag von Dr. Silke Bettermann und der Film, von unterschiedlicher Herangehensweise geprägt, haben sich ganz toll ergänzt und eine Künstlerin gewürdigt, die auch heute noch die Besucher in Massen in die Museen lockt.