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Letzten Freitag war es wieder so weit, HP Salentin & friends spielten bei uns auf. Um sich versammelt hatte er diesmal Konstantin Wienstroer, Bass; Markus Wienstroer, Gitarre; Stephan Schneider, Schlagzeug; Hans Fücker, Piano; und Bianka Kerres, Gesang. Standen beim letzten Auftritt des Ensembles Weihnachtslieder im Mittelpunkt, so durfte sich das Publikum diesmal auf reinen, guten Jazz freuen. Warum der Theatersaal nur relativ spärlich besetzt war, das will sich mir nicht ganz erschließen, zumal die Fußball-EM gerade spielfrei hatte. Salentin trug es jedoch mit Humor, denn er begrüßte die Anwesenden mit „ich freue mich, dass SIE hier sind, und Sie können ja den Weggebliebenen erklären was diese versäumt haben. Wir freuen uns jedenfalls heute hier zu spielen“.

Das gesamte Ensemble im Einsatz

Das gesamte Ensemble im Einsatz

 

Dass dies kein leeres Versprechen war, bewiesen schon die ersten Takte. Drei Eigenkompositionen von Salentin, „Je veux“, „Ballerina“ und „Surface on the water“, machten den Auftakt. Hierbei gefiel mir besonders das Trompetensolo in „Ballerina“. „La Valse de Lilas“  von Michel Legrand folgte und danach war ein Stück mit der ausdrucksstarken Stimme von Bianka Kerres, begleitet mit gedämpfter Trompete, zu hören. Ein echter Genuss. „Summertime“, der Hit von George Gershwin, erlaubte allen Ensemblemitgliedern sich mit einem Solo zu zeigen, was vom Publikum mit immer wieder aufwallendem Beifall honoriert wurde. „Landscape“, wiederum eine Komposition von Salentin, von diesem auf dem Horn vorgetragen, war die nächste Darbietung. Dabei folgte der Auftritt von Markus Wienstroer mit seiner Gitarre. „Die Jazzgitarre ist immer so ein Stiefkind“ erinnerte ich mich da an einen Ausspruch von Andreas Arnold, ach hätte er doch diese Gitarre gehört. Einfach umwerfend, was Markus Wienstroer da erklingen ließ. Auf meinem Notizblock stehen drei !!!.  Eher ruhig war dann der, mich an Afrika erinnernde Teil, mit der Stimme von Bianka Kerres und der Melodica von Hans Fücker, dem Pianisten. Geradezu klassisch hörte sich dann „Cinema Paradiso“ von Ennio Morricone, der so viele großartige Filmmusiken komponiert hat, an.

„Die haben uns 40 Jahre jünger gemacht“ war der Kommentar eines Zuhörers in der Pause. Wie wahr. Nach der kurzen Unterbrechung ging es dann mit Klängen aus den 1960ern weiter. Nochmals zeigte jeder der Musiker, bei Stücken wie „Girl from Ipanema“, „Fragile“ und „Summernight“, seine Spielfreude, und jedes Solo wurde begeistert applaudiert. Hans Fücker spielte sich in einen wahren Rausch am Piano, Konstantin Wienstroer brillierte fulminant am Kontrabass, Bianka Kerres ließ ihre große Stimme erklingen, Markus Wienstroer trat immer wieder mit seiner Gitarre in einen Dialog mit dem Piano oder der Trompete ein, und HP Salentin führte und lockte seine Mitspieler, entlockte seiner Trompete die großartigsten Töne.

Mit herzlichem, lang anhaltendem Schlussapplaus wurden die Künstler des Abends dann verabschiedet.