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Diesmal, letzten Mittwoch, passte alles zusammen. Das Wetter, der Titel „Piano pur: Ein Sommernachtstraum“, die Komponisten und der Interpret  Andreas Mühlen, der von sich selbst sagte:

seit ich denken kann, habe ich Klaviermusik im Kopf

Ein Pianist mit höchst präzisem Anschlag, der sein Instrument zum singen bringt. Das überaus passende Programm, jedes Stück wurde von ihm selbst angekündigt und kurz besprochen, begann mit Joseph Haydns (1732-1809) Sonate Es-Dur Hob. XVI: 49 1. Allegro, 2. Adagio e cantabile 3. Finale. Tempo die Minuet, eines seiner herausragenden Klavierwerke. In der Grundstimmung heiter, erinnerte mich das „dumpfe Klopfen“, ein prägnanter dunkler Vierton,  an Mozarts „Don Giovanni“ beim Auftritt der Statue des Komturs. Noch lieber allerdings, hätte ich das Stück auf einem Flügel aus der Zeit Haydns gehört.

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Andreas Mühlen, ganz in seinem Spiel vertieft

Danach folgten die „Venezianischen Gondellieder g-moll op. 19,6 und fis-moll op. 30,6“ von Felix Mendelssohn-Bartoldy (1809-1847). Andreas Mühlens Spiel ließ mich den Wellenschlag und den Gesang des Gondolieres  vernehmen. Mit dem spanischen Komponisten Isaac Albéniz (1860-1909), der mit 4 Jahren sein erstes Konzert gab, und als Begründer des spanischen Nationalstils gilt, wurde es ganz sommerlich. Mühlen spielte zunächst „Malagueña“, ein spanischer Tanz und dann, aus der „Suite española op. 47“ die Stücke „Granada“, eine Abendmusik, und „Asturias“, ein Lied Nordspaniens.

Nach der Pause, in der viele lobende Worte über den bisherigen Verlauf zu hören waren, stellte Andreas Mühlen den argentinischen Komponisten  Alberto Ginastera (1916-1983) vor. Dieser Komponist verband südamerikanische Klänge und spanische Folklore mit europäischer klassischer Musik. An diesem Abend waren die Stücke „Danza Criolla: Adagietto pianissimo“, „Danza del viejo boyero“, „Danza de la moza donosa“, „Homenaje à Roberto Garcia Morillo“, „Milonga“ und „Danza Criolla: Scherzando – Presto ed energico“ zu hören. Bei diesen Stücken war, neben den südamerikanisch-spanischen Klängen, deutlich die Hektik der Moderne zu vernehmen.

Weiter ging es mit Claude Debussy (1862-1918), dem französischen Komponisten, und seinem „La terasse des audiences du clair de lune“, der Terasse der Mondschein-Audienz  und „La sérénade intérrompue“, das gestörte Ständchen.

Es folgte eines meiner Lieblingsstücke, das ich auf einer CD mit Lise de la Salle immer wieder höre, das „Ständchen“ von Franz Schubert (1797-1828), in der Transkription von Franz Liszt. Ach, am liebsten wäre ich selbst zu Klang geworden.

Die Rezitation des Gedichtes „Mondnacht“ von Joseph Freiherr von Eichendorff 

Es war, als hätt´ der Himmel
Die Erde still geküßt,
Daß sie im Blüten-Schimmer
Von ihm nun träumen müßt‘.

Die Luft ging durch die Felder,
Die Ähren wogten sacht,
Es rauschten leis die Wälder,
So sternklar war die Nacht.

Und meine Seele spannte
Weit ihre Flügel aus.
Flog durch die stillen Lande,
Als flöge sie nach Haus.

war der Auftakt für das letzte Stück dieses so schönen Klavierabends, Robert Schumanns (1810-1856) „Mondnacht“, in der Klaviertranskription von Clara Schumann.

(Den Namen des Komponisten der Zugabe habe ich leider nicht verstanden, aber selbst Andreas Mühlen war der Ansicht, dass dieses Programm keiner Zugabe bedürfe und den richtigen Schluss gefunden habe. Er hat dann doch noch eine gespielt)