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Unter den vielen Zuhörern, am Samstag, waren auch etliche Männer zu sehen, die sich entweder von dem Titel nicht abschrecken ließen oder vielleicht auch neugierig waren, zu erfahren was auf sie zukommen könnte. Tina Teubner, ausgezeichnet mit dem „Deutschen Kabarettpreis 2002“ und dem „Deutschen Kleinkunstpreis in der Sparte Chanson 2010“ präsentierte, zusammen mit Ben Süverkrüp, unter anderem Lehrer, an der Folkwang Universität der Künste, für Blattspiel, Improvisation, Liedbegleitung, Liedinterpretation, ihr Programm, eben „Männer brauchen Grenzen“.

Die uralte Frage, ticken Männer anders als Frauen und wenn ja warum?, fand am Samstag letzter Woche eine klare Antwort: „Behandle deinen Mann wie ein Kind“. In Liedern und Wortbeiträgen zeichnete Tina Teubner, kongenial begleitet am Piano von Ben Süverkrüp die unterschiedlichsten Ehepaartypen. Ob die, im Partnerlook des Trainingsanzuges „Rundbriefterroristen“ – von denen jede Weihnachten ein Rechenschaftsbericht kommt -; die Disputanten – ihre Stimmen werden immer lauter und jeder hält nur seinen Monolog -; oder die sich so weit Angeglichenen – die sich nur noch wortlos zunicken -; sie alle wurden stimmgewaltig oder in klugem Dialog vorgeführt. Warum nicht mal auf den Anfang zurück gehen, sich erinnern wie es war als beide noch verliebt waren und sich erst kennen lernten? Dann wieder griff Tina Teubner zur Minigitarre oder zur Violine und ließ ihr musikalisches Können aufblitzen.

Ein besonderer Leckerbissen des Abends war die Vorstellung von Ben Süverkrüp, der am Piano zeigte was passiert wäre wenn unsere Musikgenies von ihren Ehefrauen oder Geliebten bei der Arbeit gestört worden wären. Mit genialen Improvisationen wandelte er die Musik von Bach, Beethoven, Mozart oder Chopin in alberne Schlagerfragmente um. Diese Darbietung wurde mit ganz besonders starkem Beifall belohnt.

Tina Teubner wiederum fragte sich, weshalb Außenstehende nicht für die im Partnerlook lebenden Paare die Scheidung einreichen können. Und sie forderte dazu auf etwas zu unternehmen, kreativ und wagemutig zu sein. „Das Leben sollte deine Pläne kennen“ war ein Zitat von ihr. Und sie fragte ihren Partner am Klavier, der stellvertretend für alle Männer herhalten musste, auch: „würdest Du die Ehe erfinden, wenn es diese Institution nicht geben würde?“ (ich glaube kaum einer der anwesenden Männer hatte eine schnelle Antwort darauf).

Den Schluss ihres Programmes widmete Tina Teubner dann den älteren Paaren. „Mit 80 wird die Hoffnung zur Erinnerung“, wieder so ein klares und bemerkenswertes Zitat von ihr. Und die Frage: „liebst du mich noch?“ war dann auch ohne Ironie gestellt. Das Fazit des Abends war denn auch, dass Männer die Frauen brauchen und umgekehrt. Das Lied vom kleinen Glück beendete die kräftig applaudierte Vorstellung.