Schlagwörter

, , , , , , , , , , , ,

Im Rahmen der vom Augustinum veranstalteten Kleinkunstreihe „Spielregeln des Lebens“, war gestern das „brühler THEATER team“ mit dem Stück „WALD WEIBER WILD WECHSEL“ zu Gast. Dank der vielen auswärtigen Besucher war unser Theatersaal gut besetzt. In diesem Stück von Michael Herl, Journalist, Autor, Fernsehmoderator, Regisseur, Schauspieler und Dokumentarfilmer, treffen zwei Frauen aufeinander, die trotz aller Unterschiedlichkeit am Ende ihre schicksalhafte Gemeinsamkeit entdecken.

Hannelore Zilken auf dem Ansitz

Hannelore Zilken auf dem Ansitz

Hannelore Zilken, die Jägerin, erklimmt unter Vogelgezwitscher und Blätterrauschen ihren Hochsitz und beobachtet das Wildgeschehen, das in der Abenddämmerung stattfindet. Da taucht eine Walkerin, Giuliana von Böselager auf, die plötzlich, erschreckt durch herannahende Wildschweine in lautes Hilferufen ausbricht. Die Jägerin bietet ihr an auf den Hochsitz zu kommen, was diese nach längerem Hin und Her annimmt. Die leicht überkandidelte Hamburgerin: „Frau Polt in der 5. Generation“, wohnhaft an der Elbchaussee, umgeben von einem 3.000 qm großen Grundstück, macht in einer kleinen Stadt in der ehemaligen DDR Urlaub und zeigt überhaupt kein Verständnis für die Natur und das Leben in dieser Natur. Alles hat nur da zu sein um sie selbst zufrieden zu stellen, schließlich bringt sie: „Geld und sorgt so für Arbeitsplätze und Aufschwung“. Die Jägerin, die in ihrem Hofladen Produkte der Jagd verkauft (Frag: „alles von Ihnen selbst geschossen?“. Antwort: „Die Würste nicht.“), versucht alles um dieser städtischen Touristin das Verhalten der Wildtiere, anhand des Wildschweinrudels  näher zu bringen.  So z.B. das Ansprechen: Wild nach Art, Geschlecht, Alter und Zustand erkennen und klassifizieren, oder die Hasenapotheke, Grünland mit all seinen Wildkräutern.

Keine Übereinstimmung

Keine Übereinstimmung

Aufgrund der Kälte auf dem Hochsitz wird dem Flachmann immer häufiger zugesprochen und die beiden Frauen kommen sich näher, erzählen wie es wirklich um sie steht. Die Touristin, Witwe und von der Familie ihres Mannes nie wirklich anerkannt – auf die Frage warum ihr Mann sie denn geheiratet habe kam die Antwort: „ich war schwanger“ – wurde von ihren Söhnen in eine Dachkammer abgeschoben („rausschmeißen können sie mich ja nicht“), war eine einsame Frau („am schlimmsten ist es, seine Freude oder ein schönes Erlebnis mit niemandem teilen zu können, es ist ja keiner mehr da,“). Aber auch die Jägerin hatte ihren Mann verloren und litt unter ähnlicher Einsamkeit.

Als sie dann über ihre (die) Männer herzogen, deren Verhalten mit dem der Bachen und des Keilers verglichen, da wurden sie zusehends fideler und verabredeten sich für den nächsten Tag, zur gleichen Zeit am selben Ort.

Leicht wackelig nach all dem Schnaps

Leicht wackelig nach all dem Schnaps

Die Dialoge der beiden waren, von ihrem schauspielerischen Können unterstützt, spritzig, pointiert und umwerfend komisch. Selten wurde in unserem Theater so viel gelacht wie an diesem Abend und die Zuschauer verließen den Theatersaal mit einem fröhlich schmunzelndem Gesicht.