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„Es zieht ein Hoffen durch die Welt, es ist Advent!“ Unter diesem Motto stand die Adventsfeier am Sonntag im Theatersaal. Der Saal war gut gefüllt, als die beiden Künstler, Sibylle Bertsch (Schauspiel), ausgebildet an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Stuttgart und Cosmin Boeru (Piano), 1979 in Craiova (Rumänien) geboren und Dozent an der Kölner Musikhochschule, nach einer kurzen Begrüßung durch unsere Stiftsdirektorin, die Bühne betraten. Und das Programm, das die beiden mitgebracht hatten, war so richtig angetan um die Adventsstimmung anzufachen. Im Wechsel von Konzertstück und Lesung, von beiden Protagonisten hervorragend dargeboten, wurden die Zuhörer in eine Zeit der Erinnerung, des Schmunzelns, der Erwartung und der Freude versetzt.

Cosmin Boeru und Sibylle Bertsch bei ihrem Vortrag

Cosmin Boeru und Sibylle Bertsch bei ihrem Vortrag

Zu Beginn spielte Cosmin Boeru das „Lied ohne Worte op. 19 n. 4“ von Felix Mendelssohn-Bartholdy. Es folgte von Friedrich Wilhelm Kritzinger das Gedicht „Es ist Advent“, bevor Robert Schumanns „Erinnerung“ erklang. Sibylle Bertsch las danach das Märchen von Hermann Löns „Wie der Weihnachtsbaum zu uns kam“, das Boeru mit Weihnachtsliedern untermalte. Frédéric Chopin mit seiner „Etüde op. 10 n. 5“ wechselte sich mit Alexander Puschins „Winter“ ab, worauf der russische Tanz „Trepak“ von Piotr Ilic Tschaikowsky folgte.

Und weiter ging es mit drei Gedichten vom Schnee, verfasst von einem Unbekannten, Rilke und Kubelka. Sergei Rachmaninovs „Etüde op.33 n.8“ wurde von Berthold Brechts „Vergnügungen“ (1954) abgelöst, und wer könnte diese nicht nachvollziehen:

Der erste Blick aus dem Fenster am Morgen
Das wiedergefundene alte Buch
Begeisterte Gesichter
Schnee, der Wechsel der Jahreszeiten
Die Zeitung
Der Hund
Die Dialektik
Duschen, Schwimmen
Alte Musik
Bequeme Schuhe
Begreifen
Neue Musik
Schreiben, Pflanzen
Reisen
Singen
Freundlich sein.

Johann Sebastian Bach, in einer Bearbeitung vom Wilhelm Kempff, dem großen Pianisten, trug „Siciliano“ bei, während James Krüss ein „Gedicht für jeden Tag im Jahr“ und Friedrich Güll „Vom Büblein auf dem Eis“ beisteuerten.

Bei dem folgenden „Capriccio f-moll“ von Ernst von Dohnányi konnte Cosmin Boeru sein ganzes technisches Können beweisen. Wir konnten dabeisein als „Weihnachten bei den Buddenbrooks“ gefeiert wurde, aus dem Roman von Thomas Mann. Den Abschluss dieser gelungenen Veranstaltung machten das Gedicht „Dezember“ von Gustav Sichelschmidt und Wolfgang Amadeus Mozart mit dem „Türkischen Marsch“.

Beide Künstler wurden für ihren gekonnten Vortrag, ob in Wort und Mimik oder am Piano, mit herzlichem Applaus belohnt. Anschließend trafen sich die Besucher der Veranstaltung, auf Einladung des Hauses, im Augustinum-Restaurant zu Kaffee, Gebäck und Bratapfel um den Nachmittag in angeregter Unterhaltung ausklingen zu lassen.