Schlagwörter

, , , , , , , , , ,

In unserem Theatersaal waren am Montag nur noch ganz vereinzelte Plätze frei als um Uhr 17:00 das „Essener Gitarren-Duo“ mit Bernd Steinmann und Stefan Loos ihr Konzert mit „Alle Jahre wieder“ und „Malaguena“ begannen. Was diese beiden Gitarristen, die seit 25 Jahren zusammen musizieren, boten war großartig. Die bekannten Weihnachtslieder bekamen ein ganz neues Klangleben eingehaucht. Und der lange Beifall für ihre Darbietung zeigte mehr als alles andere wie begeistert die Zuhörer waren.

Essener Gitarren-Duo

Essener Gitarren-Duo Bernd Steinmann und Stefan Loos

In ihrer beachtens- und bedenkenswerten Ansprache verwies Caroline Hillesheim, die Direktorin unseres Hauses, auf die Geburt eines Kindes vor rund 2100 Jahren, die, je nach Betrachtungsweise, eine ganz gewöhnliche Geburt für die einen, die Menschwerdung Gottes für die anderen darstellt. Hiervon ausgehend ermunterte sie, auch im Alltag einmal die Perspektive zu wechseln. Nicht immer nur das Negative zu sehen, sondern auch einmal die Kehrseite der Medaille zu betrachten. Und sie erzählte die Geschichte der Circus-Elefanten, die angekettet an einem lächerlich kleinen Holzpflock auf ihren Auftritt warten und dies nur deshalb, weil sie als Elefantenbabys erlebt hatten, dass die Ankettung ein unüberwindliches Hindernis darstellte, das sie, mit ihrer jetzigen Kraft leicht hätten abschütteln können, aber aufgrund ihrer früheren Konditionierung garnicht mehr versuchten. Wir Menschen aber, so Frau Hillesheims Fazit, haben die Gabe und Verantwortung eigene frühere Erfahrungen zu hinterfragen. Dass unsere Direktorin in ihrem Dank an den Beirat und die ehrenamtlich aktiven Bewohner auch die Weihnachtsspende für die Angestellten großzügig nannte fand allerdings bei mir einen leise gemurmelten Protest. Wie schon letztes Jahr würde ich das Ergebnis eher als Blamage für uns Bewohner bezeichnen. In diesem Zusammenhang stelle ich mir auch die Frage, ob die große Sammlung für das Hospiz wirklich in dieser Zeit, praktisch gleichzeitig oder kurz vorher mit der Weihnachtsaktion stattfinden muss.

Mit der Begleitung von Gisbert Stenz am Klavier wurde nach dieser Ansprache das Lied „Tochter Zion“ gesungen. Das „Essener Gitarren-Duo“ spielte anschließend „Rumba chico“ und „Morgen kommt der Weihnachtsmann“. Hierauf folgte ein kurzer Weihnachtsgruß von Pastor Johannes Küsel unserem Hauspfarrer. Gemeinsam wurde dann „Stille Nacht“ gesungen, abgelöst durch die Gitarrenmusik „Spanische Improvisation“ und „Rumba“. Corinna Rossmy, unsere Kulturreferentin, las „Was es ist“ von Erich Fried

Es ist Unsinn
sagt die Vernunft
Es ist was es ist
sagt die Liebe

Es ist Unglück
sagt die Berechnung
Es ist nichts als Schmerz
sagt die Angst
Es ist aussichtslos
sagt die Einsicht
Es ist was es ist
sagt die Liebe

Es ist lächerlich
sagt der Stolz
Es ist leichtsinnig
sagt die Vorsicht
Es ist unmöglich
sagt die Erfahrung
Es ist was es ist
sagt die Liebe

Noch einmal griff Gisbert Stenz in die Tasten und gemeinsam erklang das Lied „O du fröhliche“. Das „Essener Gitarren-Duo“ spielte danach noch einige Weihnachtslieder während die Bewohner sich, sehr langsam, um noch möglichst viel von der tollen Musik mit zu bekommen, in das hauseigene Restaurant begaben. Dort erwartete uns, an festlich gedeckten Tischen ein köstliches Menu, das mit dem leckeren Dessert „Orangenmousse mit Schokoladen-Panna cotta an Orangenkonfit“ endete.

Das Dessert

Das Dessert