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fand gestern, im Rahmen des „Cinema Augustinum“, die Vorführung des nach einer Novelle von Uwe Timm gedrehten Filmes „Die Entdeckung der Currywurst“ statt. Unser Theatersaal war nur mäßig besetzt obwohl der Film, immerhin nach einem Bestseller, ziemlich werkgetreu umgesetzt war und hervorragende Schauspieler präsentierte.

Im wesentlichen geht es um die Liebesgeschichte einer einsamen Frau und eines Soldaten im letzten Kriegsjahr des 2. Weltkrieges. Lena, Mitte 40, gespielt von Barbara Sukowa, lernt in der Warteschlange vor einem Kino in Hamburg, Hermann, einen Marinesoldaten, dargestellt von Alexander Khuon, kennen. Als während der Vorführung ein Fliegeralarm erfolgt nimmt sie ihn mit in den nächstgelegenen Luftschutzkeller und später in ihre Wohnung. Nach der gemeinsam verbrachten Nacht bleibt der junge Soldat als Fahnenflüchtiger bei Lena versteckt. Dies ist in der damaligen Zeit der gegenseitigen Bespitzelung und der Allmacht der sogenannten Blockwarte überaus gefährlich. Als der Krieg endlich vorbei ist verschweigt Lena ihrem Liebhaber das Kriegsende, bis sie, durch die Konfrontation mit der Judenvernichtung im 3. Reich, völlig verstört eine Zeitung mit diesen schrecklichen Bildern auf den Tisch haut. Hermann verlässt sie noch am gleichen Tag unter Zurücklassung seiner Uniform.

Lena, die eine gute Köchin ist, organisiert sich über den Schwarzmarkt Würste, Tomatensauce und Curry um in dem inzwischen gemieteten oder gekauften Kiosk, umfunktioniert als Imbissbude, Bratwurst zu verkaufen. Als sie ihre Beute in die Wohnung bringt fällt ein Container mit der Sauce und der Currybüchse herunter. Die vom Boden aufgesammelten Reste bringt sie endlich nach oben. Durch die Vermischung der Sauce und des Currys entstand so die Currywürze, die die Currywurst so beliebt machte. Dass die Entdeckung der Currywurst dabei nach Hamburg verlagert wurde dürfte die Berliner allerdings nicht überzeugen und schon garnicht freuen.

Trotz der guten Schauspieler und der realistisch gezeigten Verhältnisse in einem zerstörten Hamburg konnte der Film nicht so richtig berühren. Vielleicht liegt es daran, dass die Menschen unseres Alters, schließlich leben wir in einem Seniorenstift, die Umstände der Naziherrschaft und des Krieges entweder selbst noch erlebt, oder aber durch vielfältige Berichte, Dokumentationen und Bücher, genau darüber informiert sind. So konnte der Film, zumindest uns, nichts neues zeigen. Vermutlich werden jüngere Generationen eher angesprochen und der Film ist für diese interessanter. 

Der Ton, in den meisten Fällen des „Cinema Augustinum“ schlecht, war diesmal miserabel. Mehr als die Hälfte der Dialoge waren unverständlich. Und hier komme ich zurück auf die Überschrift meines Beitrags. In allernächster Zeit soll nämlich eine neue Tonanlage im Theatersaal installiert werden. Mögen sich alle Wünsche daran erfüllen und kommende Filme zu einem Genuss für Auge und Ohr werden.