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Der philosophische Gesprächskreis befasste sich bei seiner Zusammenkunft am 28.3. mit dem Thema „Trump & Co. Was hat uns der Populismus zu sagen?“. Dr. phil. Thomas Ebers, Leiter des  „4-2-3 Institut für angewandte Philosophie und Sozialforschung“ führte die, wieder sehr gut besuchte, Runde in gewohnt sicherer Weise. Gleich zu Beginn sprach einer der Teilnehmer die Hoffnung aus, dass er durch diese Diskussion zwei Fragen geklärt findet: 1. Wer bestimmt was Populismus ist? und 2. Kann jemand, der seine ehrliche Überzeugung äußert populistisch sein? Eine Teilnehmerin ergänzte, dass Papst Franziskus erklärt habe, dass der Populismus das Volk benutzt. Dr. Ebers spürte zunächst dem geschichtlichen Ursprung des Begriffes nach. In Russland ist der Begriff des Populismus positiv besetzt und bedeutet, sich für das Volk einzusetzen. In den USA wurde der Begriff, Ende des 19. Jh., für die Farmerbewegung benutzt, die sich damals gegen das Großkapital und für billige Kredite einsetzte, um den Farmern das Überleben zu ermöglichen.

In der neueren Zeit wurde Populismus jedoch zu einer negativen Bewertung. Der Populismus nimmt für sich in Anspruch „dem Volk auf’s Maul zu schauen“. Er ist überzeugt, dass allein seine Meinung die richtige ist. Die Gesprächsrunde zählte die für den Populismus kennzeichnenden Beschreibungen auf: er ist rechthaberisch, allein bestimmend, antidemokratisch – weil er sich nicht dem Meinungswettbewerb stellt; er ist antielitär und pflegt ein Feindbild nach oben und nach unten – weil er den Machtinhaber entmachten will und gleichzeitig Minderheiten als Gefahr darstellt. Als undemokratisches Beispiel wurde PEGIDA genommen, die mit dem Ruf „Wir sind das Volk“ auf die Straßen geht, obwohl sie nur einen verschwindend kleinen Volksteil repräsentieren. Leider ist es Usus geworden missliebige Äußerungen allzu schnell als populistisch zu bezeichnen. Voraussetzung jemanden des Populismus zu bezichtigen, ist es jedoch, dass derjenige die vorgenannten Kriterien alle erfüllt. Trump kann somit nur in Teilen als populistisch angesehen werden. Martin Schulz, dem von einer Teilnehmerin dieses Kriterium auch zugewiesen wurde, ganz bestimmt nicht.

Dass der Populismus gerade jetzt wieder so stark in den Vordergrund tritt ist dem Umstand geschuldet, dass viele existierende Probleme, in der Wahrnehmung eines nicht geringen Teiles der Bevölkerung (nicht nur in Deutschland), nicht zur Kenntnis genommen und diskutiert werden. Populismus kann nur dann wirklich stark werden, wenn Feindbilder möglich sind. Seien dies Gruppen, Bevölkerungsteile oder Nationen. In einem kosmopolitischen Umfeld ist ein Feindbild zu bestimmen jedoch schwierig.