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Was verbarg sich hinter diesem Titel? Meine Spekulation: das Feuer! Also nichts wie hin, zu der Show des Fotografen Thomas Herbrich http://www.herbrich.com, (es lohnt sich unbedingt, diese Seite anzuschauen) „Kabarettist unter den Fotografen“, wie er auch genannt wird, der am Donnerstag, im Theatersaal des Augustinum, Aufklärung bringen sollte. Mit eindrucksvollen Bildern und launigem Vortrag erläuterte er seine Erkenntnis nach vierjähriger Recherche und Arbeit. Die KERZE ist es, die Voraussetzung war für all‘ die technischen Entwicklungen bis heute.

Ältere Öllichter und eines aus dem 19. Jh.

Ganz am Anfang war alles dunkel und schon in der Genesis beginnt es mit „Es werde Licht“ 1. Mose 1,3. In diesem Zusammenhang verwies Thomas Herbrich auf die Designerin Juli Gudehus, die mit ihrer Umsetzungen des Genesis-Buches in Piktogrammen Furore machte. Aber auch in allen anderen Schöpfungsgeschichten der verschiedensten Kulturen spielt das Licht in Form von Sonne oder Feuer eine wesentliche Rolle. Mit dem Feuer kam ein breites Nahrungsangebot auf die Erde. Mit dem Feuer kam aber auch Helligkeit in die Höhlen und mit der Helligkeit die Malerei und künstlerische Beschäftigung. Von der Fackel über den Kienspan bis zur Kerze entwickelte sich die Beleuchtung von Räumen mit Naturlicht. Thomas Herbrich, der mit seinen großartigen Bildbearbeitungen Lichter an- und abschalten konnte zeigte wie die Nächte immer heller wurden.

Nächtliche Beleuchtung der Erde

In Hongkong wird es niemals dunkel

Hielt zunächst der Maulaffe

Bild von:Andreas Franzkowiak: Kienspanhalter aus gebranntem Ton mit eiserner Aufhängeöse und eingestecktem Kienspan. Niederrhein aus dem 18. oder 19 Jahrhundert. Kölnisches Stadtmuseum, Köln.

den Kienspan, brannte  es später auf den Nägeln wenn Mönche zum Lesen des Breviers Kerzen auf den Daumennagel platzierten.

Entnommen: Norbert Golluch, BookRix GmbH & Co. KG
81675 München

In den Theatern des 17. und 18. Jh. waren die Kerzen auf dem Bühnenboden zur Beleuchtung angebracht und verursachten so das Lampenfieber.

Thomas Herbrich zeigte anhand eigener Experimente wie enorm wichtig der Schritt vom Kienspan zur Kerze war, indem er 1 Stunde lang aus einem Buch abschrieb, einmal mit Kienspan- und dann mit Kerzenbeleuchtung. War es mit dem Kienspan nicht mal eine Seite, konnte er mit der Kerze in diesem Zeitraum fast 5 Seiten füllen, wie er eindrücklich mittels Zeitraffer vorführte. Von der Beschmutzung durch die Rauchentwicklung des Kienspans einmal abgesehen. Die uns überlieferten handschriftlichen Bücher wären völlig rußig und schmutzig, hätten die Mönche nicht die Kerze zur Verfügung gehabt.

Aber die Kerze bringt nicht nur Licht. Sie ist, in stark abgewandelter Form, auch ein ganz leistungsfähiger Motor.

Experiment mit einer Kerzenrakete

So ganz falsch war meine Vermutung aber ja doch nicht, denn ohne Feuer hätte es auch keine Kerzen gegeben.