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Unseren jährlichen Aufenthalt in Heidelberg haben wir (meine Frau und ich) auf die Woche vom 30. April bis zum 7. Mai gelegt. Von Sonntag zu Sonntag wegen der freieren Autobahnen und die genannte Woche weil in der Wettervorschau schöne Tage angesagt waren. Aber wie so oft in der letzten Zeit war die Wetterrealität eine ganz andere. Vor Jahren haben wir unsere Reisen Monate vorher festgelegt und hatten, von wenigen Ausnahmen abgesehen, schönes Wetter. Aber das scheint wirklich vorbei zu sein. Kaum mal mehr als zwei schöne Tage in Folge oder dann gleich so heiß und trocken, dass mensch am liebsten in den kühlen vier Wänden bleibt. Jetzt aber genug vom Wetter. Nur der Montag, der 1. Mai sei noch erwähnt. Regen den ganzen Tag. Die Museen geschlossen, weil Montag; die Geschäfte geschlossen, weil Feiertag. Das sagt wohl alles.

Wie üblich hatten wir unser Quartier im Augustinum Heidelberg genommen und, da zu einem Augustinum immer auch Kultur gehört hatten wir die Gelegenheit ein ganz besonderes Konzert zu erleben. Der studentische Arbeitskreis Scherzo der Fachschaft Medizin Heidelberg gab ein Benefizkonzert zu Gunsten des Vereins Djarama e.V. (https://djarama.jimdo.com/der-verein/). Dieser Verein wurde 2015 gegründet und fördert Bildungs-, Brunnen- und Nothilfeprojekte im westafrikanischen Guina. Nach der Vorstellung des Vereins durch zwei seiner Mitglieder (den Töchtern des Gründers), die in Heidelberg und Mannheim studier(t)en begann das Konzert.

Den Auftakt machte Antonio Vivaldi (1678-1741) mit seinem „Concerto per fagotto en mi minore, RV 484“. Ihm folgte Yann Tiersen (*1970) mit „Comptint d’un autre été: L’apres midi“. Danach war von Erland Vogt von Koch (1910-2009) der „Monolog No. 4 für Saxophon“ zu hören. Sehr gut gespielt war der „Slawische Tanz Nr. 2, op. 72“ für Klavier zu vier Händen von Antonín Dvorák. Der Chor von Scherzo brachte dann die Lieder „Irische Segenswünsche“ von Markus Pytlik (*1966), „Abschied vom Walde“ von Felix Mendelssohn Bartholdy (1809-1847) und „Waldesnacht“ von Johannes Brahms (1833-1897) zu Gehör. In der Pause wurden Getränke und Backwaren gegen Spende gereicht, die vom Augustinum, das auch seinen Theatersaal zur Verfügung gestellt hat, und diversen Heidelberger Bäckereien gespendet waren.

Der zweite Konzertteil begann mit den ersten beiden Sätzen der „Sonate für Flöte und Klavier“ von Francis Poulec (1899-1963). Sehr gekonnt dann Ludwig van Beethovens (1770-1827) erster Satz aus der „Pathetique“, der Klaviersonate Nr. 8 in c-moll, op. 13. Georg Friedrich Händel (1685-1759) folgte mit dem zweiten Satz aus der „Sonate C-Dur für Flöte und Klavier“. Danach war die Arie „Mein Sehnen, mein Wähnen“ für Gesang, Querflöte und Klavier von Erich Korngold (1897-1957) zu hören. Der krönende Abschluss war dem Orchester des Scherzo vorbehalten. Es spielte die „Kindersinfonie“, die Leopold Mozart (1719-1787), dem Vater von Wolfgang Amadeus zugeschrieben wird, aber auch Joseph Haydn, dessen Bruder Michael Haydn und, mit allergrößter Wahrscheinlichkeit Edmund Angerer (seine Notenschrift „Berchtolds-Gaden Musick“ von 1765 ist das älteste bekannte Dokument) sind die möglichen Komponisten. Obwohl das Publikum geradezu um eine Zugabe bettelte kam leider keine, und daran wurde deutlich, dass es sich hier um reine Amateure handelt. Das Benefizkonzert war erst das zweite Konzert dieses studentischen Arbeitskreises, bewies aber schon das hohe Niveau der Musikliebhaber. Und der Verein Djarama (übersetzt: Danke und Willkommen) konnte sich über reichliche Spenden freuen.

Das war aber nur ein Ereignis dieser Woche. Obwohl ich ganz in der Nähe aufgewachsen bin war es mir noch nie gelungen den Maimarkt Mannheim zu besuchen. Als ich bei der Fahrt zu einem Familienbesuch dann das Plakat dafür sah und dieser genau in unserer Woche stattfindet (es war übrigens der 404. Maimarkt), war es klar. Diesmal wird hingegangen. Am Mittwoch fuhren wir von Heidelberg nach Mannheim, so dass wir bereits kurz nach zehn Uhr den Eingang  passierten. Auf dem Gelände befanden sich 47 Hallen, ein Festzelt, 2 Reitturnierplätze, das Freigelände mit 41 Ausstellern, ein afrikanisches Dorf sowie das Deutsche Fertighaus Center.  Es ist also ein riesiges Ausstellungs- Reitsport- und Verkaufsgelände. Der meiste Betrieb herrschte natürlich in den „Schlemmerhallen“, wo auch wir uns an einem elsässischen Stand (Zind Jean-Marc) mit entsprechenden Delikatessen und Weinen fit hielten. Wesentlich ruhiger ging es da schon in den Informationshallen zu. Wir machten einen Stop beim THW, bei der Bundeswehr, der Bundespolizei und der „Finanzamt-Elster“. Auch ein Besuch im afrikanischen Dorf, wo ich mir ein echtes afrikanisches Hemd aus Benin gekauft habe, wurde gemacht. Außerdem konnte ich da wieder mal einen echten Mokka dort trinken. Im Fertighaus Center haben wir das neueste WEBER-Haus besichtigt (1973 hatten wir genau hier, allerdings war damals der Maimarkt schon vorüber, den Vertrag für unser damaliges Haus unterschrieben). Auch bei der Schau deutscher Nutztiere (Rinder, Schweine, Ziegen, Pferde), bei der Bienenlehrschau und den Rassekaninchen und Rassegeflügel machten wir einen Halt. Kurz nach 16:00 Uhr fuhren wir dann wieder gen Heidelberg zurück.

Natürlich stand immer wieder mal ein Bummel in Heidelberg auf dem Programm und in diesem Jahr konnten wir auch den Philosophenweg gehen. Pech nur, dass der Schlangenweg aufgrund von Bauarbeiten gesperrt war.

Hier nun einige Impressionen vom Maimarkt und Heidelberg (bitte erstes Bild anklicken):

 

Die Rückfahrt fand wieder bei Dauerregen statt, weshalb unser privater Feiertag am Montag nachgeholt wurde, klar doch, im Milano. Gebackene Cannelloni mit Gorgonzola und Parmigiano auf Basilikum-Tomatensoße bzw. Tagliolini con Olio schmeckten köstlich und die Desserts – Panna Cotta mit Erdbeer-Rharbarber-Grütze bzw. Vanille-Eis mit heißer Schokolade – wie immer sooo lecker.

Unser Dessert