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Unser Mitbewohner Wolfgang Meisen, großer Opernkenner und -liebhaber, tat sich für diesmal als Organisator einer Busfahrt nach Maria Laach hervor, mit einem Programm das meine Frau und mich sofort zur Anmeldung animierte: Eifelfahrt, Film über das Kloster im Klosterforum, Führung über das Klosterareal, Besuch der Klosterbibliothek, Orgelkonzert, Vesper mit gregorianischem Gesang, Umtrunk im Theaterfoyer nach der Rückkehr.

Bei strahlendem Sonnenschein aber kühler Temperatur fuhren 29 BewohnerInnen im Bus und, von der Frau Direktorin im Hausbus chauffiert, 6 weitere Bewohnerinnen an den Zielort und absolvierten das vorgesehene Programm. Der Film im Klosterforum schilderte einen Tag im Leben der Benediktiner-Mönche. So war zu erfahren, dass Bewerber über einen Beruf oder Abitur verfügen müssen um überhaupt im Kloster aufgenommen zu werden, denn mit dem Kloster ist ein vielfältiger Wirtschaftsbetrieb verbunden.

Nach dem Film wurden wir von einem der Patres empfangen und hörten von ihm während des Rundganges viel über die Geschichte des Klosters. Maria Laach, eine Gründung von Heinrich II. von Laach (um 1050-1095), Pfalzgraf bei Rhein um seiner und seiner Gemahlin Seelenheil zu sichern. Die Abtei, der Heiligen Jungfrau Maria und dem Heiligen Nikolaus gewidmet, wurde 1093 in Angriff genommen. In diesem Jahr wurde das gesamte Fundament angelegt. Nur das Paradies (Säulenvorhalle) kam später hinzu. 1112 wurden die unterbrochenen Bauarbeiten durch die erneuerte Stiftung von Siegfried von Ballenstedt (1075-1113) weitergeführt und das Kloster wurde an die Abtei Affligem in Brabant (Belgien) verschenkt. Zu dieser Abtei hält selbst die jetzige Abtei von Maria Laach, die im Jahr 1138 selbständig wurde,  immer noch Verbindung. Um 1177 war die Kirche dann fertiggestellt. Das Paradies wurde jedoch erst 1220-1230 hinzugefügt. 1802, in der napoleonischen Zeit, wurde das Kloster anlässlich der Säkularisierung vom französischen Staat in Besitz genommen. 1815 (Wiener Kongress) kam das Kloster zu Preußen. 1863 erwarben die deutschen Jesuiten das Kloster und machten aus ihm eine Ausbildungsstätte. Außerdem bauten sie die geplünderte Bibliothek wieder auf. Im Zuge des Kulturkampfes  zwischen der katholischen Kirche und Preußen wurde die Bildungsstätte 1892 wieder geschlossen und die Jesuiten boten dem Benediktinerorden die Abtei zur Übernahme an. Der Beuroner Prior Willibrord Benzler erwirkte bei Kaiser Wilhelm II. hierfür die Genehmigung und besiedelte noch im gleichen Jahr mit einigen Mönchen wiederum das Kloster. 1893 wurde die Abtei erneut geweiht. Hausherr Wilhelm II. stiftete im Jahr 1898 einen neuen Hochaltar und beeinflusste wesentlich die ab 1905 vorgenommene Mosaikausstattung. Als „Bruder Konrad“ fand der spätere Bundeskanzler Konrad Adenauer 1933 für ein Jahr Zuflucht im Kloster Maria Laach.

Die Klosterbibliothek verfügt über rund 260.000 Bände wovon etwa 60.000 in der alten Bibliothek, erbaut zwischen 1860 und 1870, aufbewahrt werden. Das moderne Magazin mit den überwiegenden Beständen befindet sich im sogenannten Jesuiten-Kuhstall.

Im Anschluss an die Führung gab der hochangesehene Abteiorganist Gereon Krahforst eine Einführung zu den beiden Orgeln, bevor er ein Konzert daran gab. Bei der Vesper spielte Krahforst ebenfalls.

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Nach der Heimfahrt trafen sie die allermeisten der Teilnehmer noch zu einem Umtrunk mit Gebäck zur geselligen Runde.