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Vom 18. Juni an waren meine Frau und ich für eine Woche in Luzern. Dass wir gerade in der bisher heißesten Zeit in diesem Jahr da sein würden war so nicht geplant, aber von der Lage der Stadt her eher ein Glücksfall. Was macht mensch wenn das Wetter so schön ist, dass es fast zu schön ist? Mensch wählt jeweils eine von drei Möglichkeiten, die da sind: auf’s Wasser, in die Höhe oder ins Museum (letzteres ist ja immer klimatisiert, da die Exponate meistens keine starken Temperaturschwankungen mögen).

Am ersten Tag nach unserer Ankunft unternahmen wir einen Bummel entlang des Sees, besichtigten die wieder renovierte Kapellbrücke, kamen am Löwendenkmal vorbei und gingen zu guter letzt in das Bourbaki-Panorama.

Blick zur Stadt und den Pilatus

Blick Richtung Rigi und Alpen

Huckepack ist`s leichter

Die aus dem 14. Jhdt. stammende Kapellbrücke

Die Kapellbrücke vom Rathaussteg aus. Rechts die Jesuitenkirche

ist über 200 m lang und war bis zu dem verheerenden Brand im Jahr 1993 die älteste Holzbrücke Europas. Im Giebel des Brückendaches befanden sich seit dem 17. Jhdt.  110 dreieckige Bildtafeln, von denen leider durch den Brand nicht wenige zerstört wurden. Die Bilder zeigen Szenen der Schweizer- und Stadt- Geschichte sowie der Biographien der Stadtpatrone St. Leodegar und Mauritius.

Eines der Giebelbilder

Eines der Giebelbilder

Giebelbilder

Giebelbilder

Hoch über der Stadt das Hotel Château Gütsch

Das Löwendenkmal, 1820/21 entstanden, einen sterbenden Löwen darstellend, wurde zum Andenken an den Heldentod der unter Ludwig XVI. dienenden Schweizergardisten errichtet. Diese starben anlässlich der Französischen Revolution im Jahr 1792 beim Sturm auf die Tuilerien, oder wurden durch die Guillotine hingerichtet. Die Skulptur, in den Felsen gehauen, ist 6 m hoch und 10 m lang. Das Denkmal wurde von Bertel Thorvaldson entworfen und durch den Konstanzer Lukas Ahorn in den ehemaligen Sandsteinbruch gehauen.

Das Löwendenkmal

Mit dem Bourbaki-Panorama ist auf einem Rundgemälde von 10 m Höhe und 112 m Länge die Geschichte des Übertritts der französischen Ostarmee unter General Bourbaki, im Februar 1871, zum Ende des Deutsch-Französichen-Krieges 1870/71, in die Schweiz dargestellt. Das Panorama wurde von Edouard Castres, der diesen Krieg als Rotkreuz-Helfer erlebt hatte, und einem Malerteam (zu diesem gehörte auch der bekannte Maler Ferdinand Hodler), im Jahr 1881 in Genf erstellt. Seit 1889 befindet es sich in Luzern. (Erstes Bild anklicken)

Unsere Wahl für den zweiten Tag war eine Kombination aus Wasser und Höhe. Wir kauften Tickets für die „Pilatus -Goldene Rundfahrt“. CHF 106,00/Person (1. Klasse CHF 120,00) kostet dieser Tagesausflug, aber meiner Meinung nach war jeder Rappen hierfür gerechtfertigt. Zunächst fuhren wir mit dem Schiff nach Alpnachstad

Mit der MS Winkelried zum Pilatus

Die Stadt bleibt zurück

Ein Mastenwald vor dem Pilatus

wo bereits die Pilatusbahn, die steilste Bergbahn der Welt, wartete, um uns zur Pilatus-Kulm (2132 M.ü.M.) zu bringen.

Startpunkt der 4,618 km langen Schmalspurstrecke (Spurweite 800 mm). Sie überwindet eine Höhendifferenz von 1635 m. Die maximale Steigung beträgt 48 %

Während der Fahrt

Immer höher …

… dem Ziel entgegen

Wann immer wir Lust hatten konnten wir danach die „Dragon Ride“ Luftseilbahn nach Fräkmüntegg besteigen.

Die imposante Seilbahnstation

Der „Dragon Ride“

Das Pilatus-Gipfel-Kreuz

Der See aus der Seilbahn

Im größten Seilpark der Zentralschweiz kann, wer kann, seine Geschicklichkeit zeigen. Als wir dort waren, stand eine ganze Schulklasse am Start an.

Im Seilpark

Im Seilpark

Im Seilpark

Außerdem besteht die Möglichkeit mit der längsten Sommer-Rodelbahn der Schweiz (1350 m lang) zu fahren. Ins Tal hinunter nach Kriens fuhr eine Gondelbahn

Die Gondelbahn nach Kriens

Einsame Alp aus der Gondel gesehen

Kriens und der See

Einschweben in Kriens

und von Kriens aus brachte uns die Buslinie 1 nach Luzern zurück.

Diesem Ausflugstag folgte ein Museumstag. Wir hatten uns für das Museum „Sammlung Rosengart“ entschieden. Der Kunsthändler Siegfried Rosengart (1894–1985) und seine Tochter Angela Rosengart (* 1932) hatten aufgrund ihrer vielfältigen Kontakte zu ihren Künstlern die Möglichkeit eine großartige Sammlung aufzubauen. Diese Privatsammlung wurde von Angela Rosengart 1992 der Rosengart-Stiftung übergeben und 2002 konnte das Kunstmuseum in den neu gestalteten Räumen der ehemaligen Nationalbank eröffnet werden.

Das Museum Rosengart

Ein Schwerpunkt der Sammlung sind 125 Werke von Paul Klee (1879-1940). Ein weiterer Schwerpunkt sind etwa 32 Gemälde, vorwiegend aus dem Spätwerk, sowie ca. 100 Zeichnungen, Aquarelle und graphische, bzw. plastische Arbeiten, von Pablo Picasso (1881-1973).

Picasso

Picasso

Dazu kommen noch Werke der klassischen Moderne mit großartigen Bildern von Claude Monet (1840-1926), Paul Cézanne (1939-1906), Fernand Léger (1881-1955), Joan Miró (1893-1983), Henri Matisse (1869-1954)

Henri Matisse „Laurette mit weißem Turban“

und Marc Chagall (1887-1985). Während mich Klees Bilder nicht so sehr ansprachen war ich von Picasso, Cézanne, Miró und ganz besonders von Chagall, mit seinen traumwirklichen Bildern, begeistert.

Marc Chagall „Die rote Sonne“

Am 22. Juni begaben wir uns auf eine Schifffahrt über die gesamte Länge des Vierwaldstätter Sees, von Luzern bis Flüelen und zurück. Die Fahrt begann um 09:12 und um 16:47 Uhr waren wir wieder im Hotel. Hier einige Impressionen (erstes Bild anklicken).

Dann folgte wieder ein Museumstag. Dieses Mal besuchten wir im KKL (Kultur- und Kongresszentrum Luzern)

KKL Seeseite

das Kunstmuseum,

KKL mit Kunstmuseum

das aktuell zwei Ausstellungen bot. Zum einen „Von Früh bis Spät, Bilder des Alltags“ mit Werken vom Spätmittelalter bis heute.

Moritz von Schwind

„Gotthardpost“ von Hans Bachmann

Zum anderen von Gilles Rotzetter „SWISS ATOM LOVE“. Der 1978 geborene Künstler ist in dieser Ausstellung mit seinem Werkkomplex zur Schweizer Atombombe vertreten. Der Künstler hat über zwei Jahre in verschiedenen Archiven zu diesem wenig bekannten Stück Schweizer Geschichte recherchiert.

Rotzetter „Blinded“ (dem Museumsflyer entnommen)

Er verwebt Gemälde, Zeichnungen und Installationen zu einem komplexen Bilderkosmos und fragt danach, wie Geschichte konstruiert wird (so der Ausstellungstext).

Am letzten Tag unseres Luzernaufenthaltes haben wir, die Temperatur war auf angenehme 24 Grad zurück gegangen, die Hofkirche, erbaut 1633 bis 1639, besichtigt.

Aufgang zur Hofkirche

Eingangstüre mit Hl. Leodegar und Hl. Mauritius (rechts)

Chor mit Hochaltar

Maria-End-Altar

Altar der HL. Katharina

Detail des Seelaltars

„Reservierungsschild“

Diese Kirche lag in unmittelbarer Nähe zu unserem Hotel „Hofgarten“, einem Gebäude aus dem 18. Jhdt.,

Hotel „Hofgarten“, Gartenseite

und ihre Glocken und Stundenschläge waren, keineswegs unangenehm, nicht zu überhören.

Danach machten wir noch einen Stadtbummel, besichtigten die Jesuitenkirche, aßen zu Mittag ein Straußensteak und besuchten nachmittags das Stadtfest „Luzerner helfen Luzernern“. Auf diesem Bummel überquerten wir auch die, nach dem Brand der Kapellbrücke, nun älteste im Originalzustand verbliebene Holzbrücke der Schweiz, die „Spreuerbrücke“. In dieser Brücke, deren Südflügel im Jahr 1408 gebaut wurde, befinden sich 67 Bildtafeln mit dem Totentanz. Der Name kommt daher, weil im Mittelalter nur von dieser Brücke Streu und Laub in die Reuss geschüttet werden durfte.

Die Jesuitenkirche ist die erste große Barockkirche der Schweiz und wurde in den Jahren 1666 bis 1677 erbaut. Es ist eine beeindruckend prachtvolle Kirche und enthält mehrere Reliquien-Altäre.

Jesuitenkirche an der Reuss

Blick zum Hochaltar

Der Hochaltars

Die prachtvolle Orgel

Reliquiar

Reliquiar

Die Spreuerbrücke in Bildern:

Das Reusswehr und die Spreuerbrücke

Die Geschichte der Brücke

Die kleine Kapelle

Brückenbilder

Brückenbild

Zum Abschluss dieses etwas langen und bildlastigen Berichtes noch einige Eindrücke die ich bei unserem Stadtbummel eingesammelt habe. Diese Stadt ist unbedingt sehens- und einen Aufenthalt wert. (bitte erstes Bild anklicken)