Zu Besuch bei Wilhelm Busch

Der Dortmunder Markus Veith, Schauspieler und Schriftsteller aus Dortmund, kam auf seiner Tournee, mit dem Solostück „Ein jeder Narr tut was er will“, am Dienstag, 29. August, auch nach Bad Neuenahr. Unser Theatersaal war relativ gut besetzt und nachdem das Problem mit der Tonanlage, wohl ein running problem für alle Zeiten, beseitigt war, (Veith hatte vorübergehend auf Naturlautstärke umgeschaltet) wurden wir kurz mit den Lebensumständen von Wilhelm Busch bekannt gemacht. Der von 1832 bis 1908 lebende Dichter war nicht nur Zeichner sondern auch ein Maler, der weit über 1000 Werke schuf, aber nie eine Ausstellung beschickte, da seine Gemälde, nach seinen eigenen Maßstäben, nicht gut genug waren. Ganz anders sein Erfolg mit den Geschichten, denn nicht zu Unrecht gilt er als Vater des deutschen Comics. Seine Verse sind noch heute allgegenwärtig und im Sprachgebrauch verankert.

… als Wilhelm Busch

Danach wurden die Zuschauer in das Atelier des Wilhelm Busch entführt. Was dann geboten wurde war Extraklasse. Die Sprache und Mimik eine Einheit. Da wurde nichts vorgetragen, da wurde gelebt. Wie leuchteten die Augen des Möchtegerndichters „Balduin Bählmann, der verhinderte Dichter“ wenn ihm eine Idee kam, die jedoch leider, leider immer wieder von einer Störung verjagt wurde. Wie treffend die Darstellung des Ausstellung-Besuchers, in der Geschichte des „Malers Klecksel“, der sich erstmal anhand der Preise über die gezeigte Qualität des Bildes orientierte. Oder die „Schnupftabak-Prise“; der „Volle Sack“; „Der Einsame“; „Der Betrunkene“; „Der hohle Zahn“; und und und… Jede Figur dieser knapp zweistündigen Vorstellung, komplett in Versform vorgetragen, in minimalistischer Kulisse dargestellt, war einfach brillant.

… Balduin Bählmann

… Maler Klecksel

… Maler Klecksel

… mit Zahnweh

Über Wilhelm Busch’s Leben kann durchaus dieses Zitat aus „Plüsch und Plum“ stehen

Tugend will ermuntert sein,
Bosheit kann man schon allein.

Seine Figuren waren alle von seinen Mitmenschen abgeschaut.

Ich konnte nicht umhin, Markus Veith nach der Vorstellung für diesen so schönen Abend zu danken.

 

 

 

 

 

3 Gedanken zu „Zu Besuch bei Wilhelm Busch

  1. Ich saß nach der Vorstellung noch mit ihm und Frau Stilper zusammen und habe die tolle Aufführung gelobt und mich ebenfalls bei ihm bedankt. Eine Dame sagte mir in der Pause: das kommt ja gar nicht an, es lacht ja niemand. Ich denke, dass man sich nicht auf die „Schenkel“ klopfen musste vor lauter lachen, man konnte eher schmunzeln – und das war auch das allgemeine Echo dieses Abends.

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  2. Vielen Dank auch von meiner Seite für diesen Abend. Immer, wenn ich dieses Stück spiele, ist es für mich, als besuche ich einen netten Onkel, drum macht es mir nach so vielen bisherigen Vorstellungen immer noch und weiterhin Spaß und ich freue mich um so mehr, wenn ich anschließend merke, dass dieser spezielle Funke auch überspringt.

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