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Lieber Nationalelf vs. Nordirland im TV oder Thomas Scheytt live? Natürlich war das keine wirkliche Frage, da konnte nur eine Entscheidung fallen.  Am Freitag vorletzter Woche Konzertwalzer aus 100 Jahren mit der großartigen Nadia Singer und dem eloquenten Lutz Görner und, knapp eine Woche später Blues und Boogie mit Thomas Scheytt.

Besser kann’s doch garnicht sein. Musik ist gut, wenn sie gut ist. Welcher Gattung, ist, zumindest mir, völlig egal. Im Gegenteil, ich bedaure Menschen, die nur einseitig bei der Musik orientiert sind. Vor vielen Jahren lernte ich zwei Exemplare dieser Art kennen. Der eine machte die längsten Reisen um eine Oper, und nur Oper zu hören, für den anderen gab es allein Jazz.

Aber ich wollte ja von dem Konzertabend mit Thomas Scheytt berichten. Über diesen Künstler, der 2015 gleich zweimal den Blues Award, in den Kategorien „Bestes Piano“ und „Bestes Duo“ gewann, habe ich schon fünf mal geschrieben und, ich mache es mit Freuden ein weiteres mal. Scheytt hatte seinen Auftritt diesmal nicht im Augustinum sondern im „Romantik Hotel St. Peter“ in Walporzheim, einem Stadtteil von Bad Neuenahr. Anstelle des großen Theatersaales saßen meine Frau und ich in einem gemütlichen Raum mit runden Tischen. Zur Begrüßung erhielt jeder Gast ein Glas Sekt und wir hatten die Möglichkeit zu einem Snack. Bis zum Beginn des Konzerts hatten sich etwa 30 Personen eingefunden. Gut gelaunt betrat Thomas Scheytt den Raum und setzte sich an das Piano, das, für mich ungewöhnlich, ein sogenanntes Transparentpiano war.

Thomas Scheytt als „Schattenmann“

Mit „Walking Bass“, etwas für geübte Jazz-Pianisten, entstanden in den 1920er Jahren, ging es los. Es folgten weitere seiner eigenen Kompositionen oder Adaptionen. Darunter „Inner Voices“, ein Stück seiner zweiten, gleichnamigen CD; „Invitation to the Blues“; „Keep on Gwine“; Hiram’s Boogie Woogie“; „Out of the Dark“; „Morning Dance“; „Walking Train“. Es war wieder ein ganz wunderschöner und großartiger Abend. Thomas Scheytt gab, wie immer wenn er auftritt, sein ganzes Ich und Können für seine Musik. Besonders angesprochen, – und das ist eigentlich immer wieder ein anderes Stück das einem an gerade diesem Abend anspricht -, hat mich diesmal „Out of the Dark“.

Den Abschluss sollte „Put your hand in the hand“, unter Einschluss des Publikums, bilden. Aber ohne weitere Zugaben wurde er von dem begeisterten Zuhörern nicht entlassen und ganz zum Schluss hatte ihn die Spiellaune so gepackt, dass er sich gleich freiwillig bei einem Boogie so richtig verausgabte.

Viel zur Stimmung hat bestimmt auch das Ambiente beigetragen, denn es erinnerte jetzt auch umgebungsmäßig an die Jazz-Lokale früherer Jahre. Schade, musste ich auf einen Whisky verzichten, denn ich hatte ja noch mit dem Auto, wenn auch nur einige Kilometer, zu fahren. Eine freudige Überraschung hatte der Abend noch zusätzlich für uns bereit, denn unsere ehemalige Kulturreferentin, Corinna Rossmy, war ebenfalls unter den Besuchern.