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Waren (Müritz), in der Mecklenburgischen Seenplatte, im Land der 1000 Seen gelegen, war das Ziel unserer letzten Ausfahrt. Der erste Halt auf dieser Fahrt galt dem ehemaligen Schloss in Dargun, einer mächtigen, auch heute noch, als Ruine, eindrucksvollen Anlage. Dieses Schloss war von 1172 bis zur Säkularisation im 16. Jhdt. ein Zisterzienserkloster, das zweite in Mecklenburg gegründete, und von Mönchen des Klosters in Doberan (s. Beitrag vom 4.10.2015) besiedelt. 1556 wurde der ehemalige Klosterkomplex von Herzog Ulrich I. von Mecklenburg-Güstrow übernommen. Über die Herzöge von Mecklenburg-Schwerin und der Tochter Auguste (1674-1756) von Herzog Gustav Adolf (1633-1695) gelangte das Schloss in den Besitz des Domanialamtes und wurde Wohnsitz fürstlicher Beamter. Bei einem Brand 1945 wurde es zur Ruine, die seit 1991 wieder gesichert und restauriert wird.

Das „Gelbe Tor“

Ruine im Frühlicht

Schlosstrakt

Schlossmauer

Schlossfront

Klostergebäude

Klosterkirche

Auf der Weiterfahrt passierten wir auch Stavenhagen, die Geburtsstadt von Fritz Reuter (1810-1874), dem Schriftsteller des Niederdeutschen. Fritz Reuter wurde mit 23 Jahren wegen „Teilnahme an hochverräterischen burschenschaftlichen Verbindungen in Jena und Majestätsbeleidigung“ zum Tod verurteilt, aber dann zu 30 Jahren Festungshaft begnadigt. Von dieser Strafe musste er insgesamt 7 Jahre abbüßen. Seine ersten schriftstellerischen Versuche, noch auf hochdeutsch, waren weniger erfolgreich. Um so mehr jedoch seine niederdeutschen Dichtungen und Erzählungen.

Einen minimalen Aufenthalt hatten wir danach noch bei den Ivenacker Eichen, einem Park mit 500 bis 1000 Jahre alten Eichen. Zu diesen Bäumen gibt es noch eine alte Sage, nach der 7 Nonnen aus dem Zisterzienserinnenkloster von Ivenacker mit dem Teufel einen Pakt eingingen, der ihnen die Flucht aus dem Kloster ermöglichen sollte. Allerdings war daran die Bedingung geknüpft, dass sich die Nonnen bis Stavenhagen nicht umdrehen dürften. Die weibliche (so unser Reiseführer) Natur konnte die Neugierde jedoch nicht im Zaum halten und sie drehten sich im Park von Ivenacker um. Sie verwandelten sich zu Eichen.

Durchs Eingangsgatter ein Blick auf eine der Eichen

Von hier ging es direkt nach Waren (Müritz), wo uns am Parkplatz gleich ein altes Dampflokomobil von 1925 begrüßte.

Datenblatt

Das Dampflokomobil

Leider war die Zeit in Waren beschränkt. Wir nutzten sie, um, nach einem kurzen Marsch entlang der Müritz,

Ausflugsschiff

Skulptur am Tiefwarensee

Zur Stadtrundfahrt bereit

Rundfahrtschiff

Yachthafen

im Restaurant „Am Yachthafen“ zu Mittag zu essen.

Blick hinaus zum Yachthafen

Nach der Stärkung liefen wir zum Markt und von dort die Lange Straße hinunter, zurück zum Parkplatz. (erstes Bild anklicken)

Und schon mussten wir weiter, denn um 15:00 Uhr war in der Kirche von Basedow ein Orgelkonzert auf der ältesten, aus dem 17. Jhdt. stammenden Orgel von Mecklenburg ein Konzert angesetzt. Frau Schumann, die Organistin der Kirche spielte für uns Stücke aus der Zeit in der die Orgel gebaut worden war. Bei diesem Konzert wurden alle Schattierungen der Orgelpfeifen hörbar.

Kirche aus dem 13. Jhdt.

Altaraufsatz von 1592 aus Sandstein

Chorensemble mit Epitaph

Die Orgel

Detail der Orgel

Die Rückfahrt führte über Teterow, dem Schilda des Nordens. Hier findet jährlich, am Wochenende vor Pfingsten, das große Hechtfest statt. Hierzu hatte unser Reiseleiter die folgende Geschichte: Die Fischer vom Teterower See fingen einstmals einen riesigen Hecht, den Ururgroßvater aller Hechte des Sees. Um diesen Fang bis zum „Königsschuss“ aufzubewahren wurde ihm eine große Glocke um den Hals gehängt. Dann ruderten die Fischer mit dem Hecht im Netz wieder auf den See, um ihn frei zu lassen. Damit die Stelle der Freisetzung auch ja wieder gefunden wird ritzte der Bürgermeister eine Kerbe in das Boot um die Stelle wo der Hecht frei wurde auch ja wieder zu finden. Aber trotz allem Lauschen, die Glocke wurde nie mehr gehört.

Beim Abendessen im Hotel, einem großen Fischbuffet, fanden wir diese Servietten vor.

Bootsservietten

Der folgende, der letzte Aufenthaltstag stand wieder zur freien Verfügung. Wir ließen uns nochmals mit einer Massage verwöhnen und aßen im Hotel zu Mittag, abgerundet mit einem etwas ungewöhnlichen Tiramisu im Glas.

Gebratener Yako-Kürbis und Salat

Himbeer-Tiramisu

Nachmittags gingen wir in den Ortsteil Graal und besuchten die Lukaskirche. Eine besondere Woche war vorüber.

Die Lukaskirche

Abschied vom Hotel