Wieder Freitag, wieder ein Konzert

Sehr gut besetzt war unser Theatersaal am Freitag, 27. April 2018. Denn wieder einmal, wie schon oft und hoffentlich immer wieder, war die Sinfonietta Köln bei uns zu Gast. Und es ist mit Sicherheit immer eines der Highlights im Kulturkalender des Augustinum Bad Neuenahr. Diesmal hatte Cornelius Frowein, Leiter des 1984 gegründeten Kammerorchesters, Mira Tujakbajewa, Violine, mitgebracht.

Bevor ich zum Konzert komme, einige Angaben zu Cornelius Frowein und Mira Tujakbajewa.

Cornelius Frowein wurde 1957 in Frankfurt/Main geboren und studierte zunächst Klavier bei Günter Ludwig. Kammermusik erlernte er bei Mitgliedern des Amadeus Quartetts in der Musikhochschule von Köln. Aber auch Dirigieren, Liedbegleitung, Cembalo sowie Musikwissenschaft und Philosophie widmete Cornelius Frowein seine weiteren Studien. Konzertant war er als Pianist und später als Cembalospieler in zahlreichen deutschen und europäischen Städten unterwegs. In den 1990er Jahren galt sein Interesse mehr und mehr dem Dirigieren. Mit der Übernahme der Sinfonietta Köln führte sein Weg in viele Konzertsäle Europas und Chinas. Sein Wissen gibt Cornelius Frowein an der Folkwang Universität der Künste in Essen und am Orchesterzentrum NRW in Dortmund weiter.

Mira Tujakbajewa erblickte in Kasachstan das Licht der Welt. Früh besuchte sie die Musikschule für begabte Kinder und Jugendliche in Almaty (eine im Jahr 1854 gegründete Millionenstadt, die neben der Hauptstadt Astana das kulturelle Zentrum Kasachstans bildet). Ihr Musikstudium begann sie 1994 in Hannover bei Prof. Jens Ellermann, das sie 1999 mit Diplom und Auszeichnung abschloss. 2002 absolvierte sie das Konzertexamen ebenfalls mit Auszeichnung. Seit 2006 ist Mira Tujakbajewa Trägerin des Kulturpreises von Kasachstan. Ihre Karriere als Solistin führte sie mit namhaften Orchestern in Ost und West zusammen. Ihre Geige stammt von Giovanni Grancino, Mailand 1690.

Doch jetzt zum Konzert. Den Auftakt machte die Mailänder Quartettsinfonie „Quartetto in B-Dur KV 159“ von Wolfgang Amadeus Mozart (1756-1791). Ein sehr schönes und perfekt gespieltes Musikstück mit den Sätzen „Andante“, „Allegro molto“ und „Rondo. Allegro grazioso“.

Felix Mendelssohn Bartholdy (1809-1847) war danach mit seinem „Konzert in d-Moll für Violine und Streichorchester“ zu hören. Der in Hamburg geborene Komponist gilt als einer der bedeutendsten Musiker der Romantik. Außerdem war er wesentlich an der Wiederentdeckung der Werke von Händel und Bach beteiligt, da er deren Kompositionen vermehrt aufführte. 1843 gründete Mendelssohn in Leipzig die erste Musikhochschule Deutschlands, das Konservatorium Leipzig. Großartig gespielt wurden von der Sinfonietta Köln und der Solistin Mira Tujakbajewa das „Allegro“, „Andante“ und das pure Lebensfreude vermittelnde „Allegro“.

Sinfonietta Köln und Mira Tujakbajewa

Nach der Pause waren von Manuel de Falla (1876-1946) „Siete Canciones populares Españolas“ (sieben spanische Volkslieder), entstanden in den Jahren 1914-1915, zu hören. Die Bearbeitung für das Streichorchester hatte Cornelius Frowein arrangiert. Der in Cádiz geborene Komponist emigrierte 1939 nach Argentinien, wo er, erschüttert über den Zweiten Weltkrieg, in Alta Gracia verstarb.

„El paño moruno“ (Das maurische Tuch), ein „Allegretto vivace“ entführte in den Orient. Es folgte „Seguidilla murciana“ (Tanz aus Murcia) ein „Allegro spiritoso“. Danach „Asturiana“ (Lied aus Asturien), ein sehnsuchtsvoll klingendes „Andante tranquillo“. Ein Stück das mir ganz besonders gefiel war „Jota“, ein spanischer Tanz in „Allegro vivo“. Das Wiegenlied „Nana“ klang für mich sehr traurig. Ein weiterer Favorit von mir war „Canción“ (Lied) ein „Allegretto“. Zum Schluss „Polo“ (Lied aus Andalusien), als „Vivo“, das vor meinen Augen die Alhambra entstehen ließ.

Das letzte Stück des Programms schuf Pablo de Sarasate (1844-1908). Der in Pamplona geborene und in Biarritz verstorbene Sarasate war ein spanischer Geiger und Komponist. Bereits als Knabe spielte er am königlichen Hof von Königin Isabella II. in Madrid. Sarasate war die meiste Zeit seines Lebens  als Geiger auf Tournee. Eines seiner bekanntesten Werke sind die „Aires gitanos“ (Zigeunerweisen) von 1778. Mira Tujakbajewa und die  Sinfonietta Köln spielten die „Zigeunerweisen op. 20“, mit den Sätzen „Moderato“ und „Allegro molto vivace“ womit beide nochmals ihr großes Können unter Beweis stellen konnten.

Lang anhaltender Applaus, der kein Ende nehmen wollte, dankte den Künstlern.  Schließlich gab Mira Tujakbajewa eine Solo-Zugabe mit einer „Sarabande“ aus einer der Partiten von Johann Sebastian Bach. Und nochmals brandete der Beifall auf.

 

 

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