The Modern Cello-Piano-Duo

Das bekommt mensch nicht jeden Tag geboten. Daniel Sorour, Violoncello, Dozent beim Holsteinischen Kammerorchester und der internationalen Deutsch-Skandinavischen Musikwoche, spielt auf einem Violoncello von Leonardo Maussiell von 1749. Zusammen mit Clemens Kröger, Klavier, Konzertpianist, Arrangeur und internationaler Musikdozent, zelebrieren die beiden ihr „BEETHOVEN meets BEATLES“.  Musik vom allerfeinsten brilliant vorgetragen.

Den Auftakt machte Enrique Granados (1867-1916), der zu den großen Erneuerern der spanischen Musik zählt, mit „Danza Espanola No. 5: Andaluza“ und „Danza Espanola No. 2: Orientale“. Nomen est Omen, und so riss der erste Tanz, Andalusien verkörpernd, sofort mit, während der zweite eher an einen Harem denken ließ.

Gaspar Cassadó (1897-1966), ein Lieblingsschüler von Pau Casals, dem berühmten Cellisten, lernte bei Manuel de Falla und Maurice Ravel die Komposition, steuerte sein „Saeta“ bei. Ein, dem Flamenco verwandter religiöser Bittgesang, der besonders aus Anlass der alljährlichen Prozessionen während der Semana Santa (der Heiligen Woche) in Andalusien erklingt. Klagend erhob sich dieser Klang.

Wer kennt ihn nicht, den „Feuertanz“ von Manuel de Falla (1876-1946), Teil seines Bühnenwerkes „El amor brujo“. Mit viel Feuer von den beiden dargeboten.

Die Beatles, neben Elvis die „U-Musik“, die ich mein Leben lang hörte und hin und wieder noch mit der gleichen Freude höre. Von Lennon/McCartney spielte das Cello-Piano-Duo die Stücke „And I love her“, „With a Little help from my friends“, „Michelle“ und „Here, there and everywhere“. Großartig, wie die beiden Künstler diese Songs transponierten.

Und dann kam die Begegnung auch schon zu stande. Mein Liebling der „E-Musik“ Ludwig van Beethoven (1770-1827). Die „Sonate Nr. 3 A-Dur op. 69“ und daraus der 1. Satz „Allegro ma non tanto“ wurde mit hohem Können dargeboten.

Einen riesigen Sprung mussten das Duo, aber auch die Zuhörer dann machen. Arvo Pärt (* 1935), estnischer Komponist, der zu den bedeutendsten Komponisten neuer Musik zählt, ließ sich 1977 durch Gregorianische Gesänge des 9. Jhdt. zu seinem Stück „Fratres“ (Brüder bzw. Mönche) inspirieren. Die Cello-Piano-Version entstand 1989. Nach dem zuvor gehörten eine echte Herausforderung. Aber wer sich auf die Klänge dieses Stückes einlassen konnte erlebte eine tranceähnliche  Wirkung, die tief ins Innere drang. Ein tolles Stück perfekt dargeboten.

Warum nicht 200 Jahre zurückspringen? Zeitreisen mit Musik sind ja so schön und einfach. Nicolò Paganini (1782-1840), der Teufelsgeiger, steuerte seine „Variationen auf einer Saite“ über ein Thema von Gioachino Rossini (1792-1868), bei. Klar, dass hier das Cello im Vordergrund stand. Und wie es gespielt wurde. Einfach herrlich.

Anschließend wurde es dann heiter. Camille Saint-Saës (1895-1921), der französische Pianist, Organist, Musikpädagoge und, natürlich Komponist, machte sich teilweise über seine komponierenden Kollegen lustig und parodierte deren Arbeit mit dem „Karneval der Tiere“. So findet sich Jacques Offenbach bei den Schildkröten, Berlioz und Mendelssohn Bartholdy bei den Elefanten und auch Rossini bekam sein Fett ab. Im Nachhinein bekam Saint-Saës Bedenken und verbot die Veröffentlichung zu seinen Lebzeiten. So kam es erst 1922 zur posthumen Aufführung. Wir kamen in den Genuss von Küken und Entchen, einem Elefantentanz, Schildkröten und dem Kuckuck.

Mit George Gershwin (1898-1937) kam es zum Ende des Programms. „Summertime“ und „It ain’t necessarily so“ aus dessen Oper Porgy and Bess setzten den Schlusspunkt.

Aber was wäre ein Konzert ohne Zugabe? Aus der 3. Orchestersuite von Johann Sebastian Bach (1685-1750) erklang „Air“. Ein bezauberndes und wehmütig stimmendes Stück zum Abschied.

Daniel Sorour und Clemens Kröger, die sich ausgezeichnet verstehen, haben nicht nur brillant gespielt, ihr Auftritt war überaus sympathisch und unprätentiös. Ein Konzertabend, den ich keineswegs vermissen möchte.

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6 Gedanken zu „The Modern Cello-Piano-Duo

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