Das klassische Lied – Teil Zwei

Mertens und Lawrynenko (Bild gespiegelt)

Nach der Pause, in der nur lobende Äußerungen zu vernehmen waren, ging das Programm mit einem Klaviersolo, dem „Andante, Es-Dur, op 67 Nr. 1″ aus dem Lied ohne Worte von Mendelssohn-Bartholdy weiter.

Franz Schubert (1797-1828), der herausragende Komponist der Romantik, wurde nur 31 Jahre alt. In dieser kurzen Zeitspanne komponierte er jedoch nicht nur rund 600 Lieder, sondern auch weltliche und geistliche Chormusik. Allein sieben vollständige und fünf unvollendete Sinfonien gehören zu seinem Oeuvre. Dazu kommen noch Ouvertüren, Bühnenwerke (Opern, Possen und Singspiele), Klavier- und Kammermusik. Von ihm waren die Lieder „Frühlingsglaube“, Op. 20 Nr. 2 nach einer einem Text von Ludwig Uhland (1787-1862); „Das Rosenband“ aus dem Nachlass (Text: Friedrich Gottlieb Klopstock);

Im Frühlingsschatten fand ich sie,
Da band ich Sie mit Rosenbändern:
Sie fühlt‘ es nicht und schlummerte.

  Ich sah sie an; mein Leben hing
Mit diesem Blick an ihrem Leben:
Ich fühlt‘ es wohl und wußt‘ es nicht.

  Doch lispelt‘ ich ihr sprachlos zu
Und rauschte mit den Rosenbändern.
Da wachte sie vom Schlummer auf.

  Sie sah mich an; ihr Leben hing
Mit diesem Blick an meinem Leben,
Und um uns ward’s Elysium.

und eines der bekanntesten Gedichte von Johann Wolfgang Goethe (1782-1832) und auch bekanntesten Lieder von Schubert: „Das Heidenröslein“ Op. 3 Nr.3.

Volodymyr Lawrynenko spielte nun den Satz „Moderato, op. 67 Nr. 5“ aus den Liedern ohne Worte.

Zum Abschluss des Programms folgten noch 5 Lieder von Felix Mendelssohn Bartholdy, womit die Romantik endgültig erreicht war. Es waren dies: „Sicheln schallen Ähren fallen“ MWV K12 (Text. Friedrich von Matthisson 1761-1831); „Der Wasserfall“ MWV K22 (Text: Carl Klingemann (1798-1862), Diplomat und Schriftsteller); „Wiegenlied“ (Text: Waldemar Weinheimer); „Anderes Mailied“ (Text aus: „Des Knaben Wunderhorn“, einer Sammlung von Volksliedtexten, die von Clemens Brentano und Achim von Arnim Anfang des 19. Jhdt. herausgegeben wurde); „Weiter, rastlos, atemlos“ (Textdichter unbekannt).

Weiter, rastlos, atemlos,
Vorüber festlich helles Schloss!
Geissle Sturm die müde Nacht,
Dass sie waldeinwärts mit mir jagt.
Und ist es wahr, du liebtest mich,
Maria, und verrietest mich?

Als Zugabe war noch „Erinnerung„, ebenfalls von Mendelssohn-Bartholdy zu hören.

Lang anhaltender Beifall dankte den beiden Künstlern und das war auch der verdiente Lohn für diesen großartigen Liederabend.

Das Lied ist ja nicht der Text allein sondern auch Musik. Beides wurde an diesem Abend hervorragend dargeboten. Mertens mit seiner großen Stimme bot alle Facetten des Klanges und der Stimmung dar. Zärtlich, fröhlich, dramatisch und sehnsuchtsvoll. Alle Emotionen  fanden sich in der Stimme, dem Inhalt entsprechend, wieder. Und Vladymyr Lawrynenko trug durch sein Spiel den passenden musikalischen Teil bei. Hier spielte nicht nur ein Begleiter sondern ein selbständiger kongenialer Partner.

Interessant war es, die Entwicklung des Liedes über diese Zeitepoche zu erfahren, wozu die Erläuterungen durch Klaus Mertens nicht unwesentlich beigetragen haben.

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