Neuchâtel/Le Locle – die Museen

Gerade gegenüber unserem Hotel in Neuchâtel steht das imposante Gebäude des Musée d’art et d’histoire de Neuchâtel, 1885  im Renaissance-Stil erbaut wurde es von Anfang an als Museum konzipiert. Bei unserem ersten Besuch hatten wir die Sonderausstellung „Made in Neuchâtel“ zum Ziel. In dieser Ausstellung ging es um die sogenannten Indiennes, bedruckte Baumwollstoffe die im 17. bis zum 19. Jhdt. en vogue waren.

Die packende Ausstellung vermittelt die Geschichte der bedruckten Baumwollstoffe von ihrem indischen Ursprung bis zu den zahllosen europäischen Imitationen. In Europa war gerade Neuchâtel Zentrum der gedruckten Stoffe, die von hier in alle Welt geliefert wurden. Videos und viele interessante Ausstellungsstücke machten deutlich welche Kunst und Handwerk bei diesen Erzeugnissen am Werk waren.

Die folgenden Bilder habe ich dem offiziellen Ausstellungs-Flyer entnommen.

Deckblatt des Flyers

Stoffdrucke …

Als nächstes stand der Besuch des  Musée d’Horlogerie du Locle auf unserem Programm. Mit dem Zug fuhren wir von Neuchâtel über La Chaux-de-Fonds nach Le Locle,

Rathaus von Le Locle

Details am Rathaus

wo weit außerhalb, mit dem Bus waren es gut 20 Minuten, im Château des Monts, das Ende des 18. Jhdt. für einen Uhrmachermeister erbaut wurde.

Château des Monts

Zu sehen waren prachtvolle Automaten und Uhren der Schenkung Maurice Sandoz, sowie Neuenburger Pendulen und Standuhren mit Werken die von den technischen Fortschritten und dem Erfindungsgeist ihrer Konstrukteure zeugen. Zwei Themenparcours über „Die Zeiten der Zeit“ und „Die Zeiten der Zeit“ verbanden die Zeit mit dem Traum und die Geschichte der Geschicklichkeit, d. h. von der ersten Zeitmessung bis zum Fußabdruck auf dem Mond und die Entwicklung der Zeitmessung mit der Sand- bis zur Atomuhr.

Am nächsten Tag besuchten wir das Naturhistorische Museum in Neuchâtel. Neben all den Tieren die da kreuchen und fleuchen, selbstverständlich in toter Form, war der aktuelle Ausstellungsteil über das Klima von besonderer Eindrücklichkeit. Hier wurde dem Besucher ein virtueller Arktisanzug verpasst, so dass er sich wie ein Polarforscher fühlen konnte.

Virtuelle Polarforscher

Am letzten Tag unseres Aufenthaltes machten wir nochmals einen Besuch im MahN, dem kunsthistorischen Museum von Neuchâtel. Diesmal besichtigten wir die Dauerausstellung, in der die Historie der Stadt und des Kanton Neuenburg Gegenstand ist. Schließlich kam Neuenburg 1707 zu der Krone von Preußen des Königs Friedrich I. Diese Herrschaft dauerte bis 1848. Von da an nannte es sich  Republik und Kanton Neuchâtel. Allerdings dauerte es noch bis 1857 ehe der preußische König die Neuenburger von ihrem Treueid entband.

Eine besondere Kostbarkeit dieser Ausstellung sind die Automaten von Pierre und Henri-Louis Jaquet-Droz aus dem Jahr 1774. Von den ursprünglich vier Automaten ging einer verschollen, so daß heute nur noch „Der Schriftsteller“, „Der Zeichner“ und „Die Musikerin“ existieren. Diese Automaten sind wahre Wunderwerke der Technik und Feinmechanik.

Der Schriftsteller kann so eingestellt werden, dass er jeden Text – mit bis zu 40 Buchstaben und einer maximalen Länge von drei Zeilen – schreibt, nachdem er eine Gänsefeder zuerst in ein Tintenfass eintauchte. Buchstabe für Buchstabe wird, auf einem Papier das sich bewegt, geschrieben.

Der Schre

Der Zeichner ähnelt äußerlich dem Schriftsteller und ist in der Lage das Porträt Ludwigs XV., das englische Königspaar Georges III. und Charlotte, sowie einen von Schmetterlingen gezogenen Amor zu zeichnen. Außerdem gehört der Hund Mon Toutou zu seinem Programm.

Der Zeichner

Louis XV.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Musikerin ist in der Lage fünf Musikstückchen, wohl von Henri-Louis Jaquet-Droz komponiert, zu spielen. Das Instrument, eine Orgel mit 48 Flötentönen und zwei Registern, ist ein eigenständiges Gerät und die Töne werden erst durch den Tastendruck ausgelöst. Am Ende ihrer Darbietung macht sie eine graziöse Verbeugung.Zum Abschluss einige Bilder vom Boot aus. 

 

3 Gedanken zu „Neuchâtel/Le Locle – die Museen

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