Robert Schumann

Sicher ein Höhepunkt im Konzertkalender sind die Abende mit Lutz Görner. Diesmal war es Robert Schumann (1810-1856), einem der bedeutendsten  Komponisten der Romantik, dem der Abend gewidmet war.

Görner stellte anhand von Tagebucheinträgen, Erinnerungen aus dem Umfeld von Schumann, Anektoden und Briefen den Menschen und Komponisten vor.

Geboren in Zwickau, dem damaligen Königreich Sachsen, starb Schumann mit nur 46 Jahren in einem psychiatrischen Krankenhaus in Endenich, einem heutigen Stadtteil von Bonn. Auf Wunsch seiner Mutter studierte er in Leipzig und Heidelberg Jurisprudenz, gab dies aber im Jahr 1830 auf und entschied sich endgültig dafür Musiker zu werden, nachdem er lange Jahre unentschlossen war ob er sich der Schriftstellerei oder der Musik zuwenden wolle. Nur eines war für ihn immer klar, er würde berühmt sein. Schumann nahm bei Friedrich Wieck, dem Vater seiner späteren Frau Clara, Unterricht. Eine Erkrankung der rechten Hand zwang ihn jedoch 1832 zur Aufgabe der angestrebten Pianisten-Karriere. Von diesem Zeitpunkt an widmete er sich ganz der Komposition und der von ihm mitbegründeten Neue Zeitschrift  für Musik. Robert Schumann war ein schweigsamer Zeitgenosse, der ungern und nur das Notwendigste sprach. Über Richard Wagner, der ihn in Dresden, wo die Familie 1844 hingezogen war, besuchte sagte er: „Wagner, ein unerträglicher Mensch, der redet ständig“ und Wagner über Schumann: „Das ist ein ganz unmöglicher Zeitgenosse, der sagt stundenlang kein Wort“.

Nach jeder Anekdote, jedem Brief- oder Tagebuchzitat – von Lutz Görner  in seiner großartigen Rezitatorsprache vorgetragen – spielte Nadia Singer ein Stück Schumanns oder begleitete Edward Leach zu seinem Liedvortrag.

Nadia Singer, die in Rostow am Don geborene Pianistin gewann unter anderem den Internationalen Rachmaninow-Wettbewerb in Frankfurt am Main. Bei dieser Künstlerin sieht alles leicht aus. Als würde es keine spieltechnischen Probleme geben rasen ihre Finger über die Tastatur. Mit großer Ausdruckskraft bringt sie dabei die Intention des Komponisten zum Klingen, erweckt ihn zum Leben.

Der englische Tenor Edward Leach, zusammen mit Nadia Singer gewann er in Frankfurt/M. den Internationalen Robert Schumann-Songcompetition, sang einfühlsam und ausdrucksstark die von Schumann vertonten Lieder.

Das Programm gestaltete sich wie folgt:

  • „Widmung“ op. 25, Text von Friedrich Rückert (1788-1866), dem Sprachengenie
  • „An den Sonnenschein“ op. 36 Text von Robert  Reinick (1805-1852), deutscher Maler und Dichter
  • aus „Sonate Nr. 1 op. 11“, 1. Satz
  • aus „Sonate Nr. 1 op. 11“, 1. Satz
  • „Sonate Nr. 1 op. 11“, 2. Satz
  • „Dein Angesicht“ op. 127, Text von Heinrich Heine (1797-1856)
  • „Lieb‘ Liebchen, leg’s Händchen“ op. 24, Text von Heinrich Heine
  • „Morgens steh ich auf“ op. 24, Text von Heinrich Heine
  • „Fantasiestücke op. 12 Nr. 1“
  • „Du bist wie eine Blume“ op. 25, Text von Heinrich Heine
  • „Aus meinen Tränen sprießen“ op. 48, Text von Heinrich Heine
  • „Carnaval op. 9 Nr. 17“
  • „Kinderszenen“ op. 15 Nr. 7″ 
  • „Carnaval op. 9 Nr. 1“
  • „Carnaval op. 9 Nr. 15“
  • „Carnaval op. 9. Nr. 21 und 22“
  • „Faschingsschwank op. 26 Nr. 3“
  • „Romanze op. 28 Nr. 2“ (1. Teil)
  • „Romanze op. 28 Nr. 2“ (2. Teil)
  • „Romanze op. 28 Nr. 2“ (3. Teil)
  • „In der Fremde“ op 39, Text von Joseph Freiherr von Eichendorff (1788-1857)
  • „Mondnacht“ op. 39, Text von Eichendorff
  • „Sonate Nr. 2 fis-Moll op. 2“, 2. Satz von Johannes Brahms (1833-1897), dieses Stück spielte Brahms bei seinem Besuch Schubert vor.
  • „Leis‘ rudern hier“ op. 25, Text von Thomas Moore (1779-1852), dem irischen Nationaldichter. Dieses Lied wurde von Edward Leach in der englischen Fassung vorgetragen.

Muss ich erwähnen, dass lang anhaltender Beifall den Künstlern dankte? Wohl eher nicht, denn bei einem solchen Abend kann es garnicht anders sein.

Inzwischen habe ich acht Konzertabende von Lutz Görner mit seinem Zyklus „Kosmos Liszt“ besucht und jedesmal ging ich begeistert nach Hause. Diese Kombination von Schilderung des Menschen und Komponisten, mit der entsprechenden Musik verdeutlicht, bleibt in Erinnerung (und die 3 CD’s pro Vorstellung tun ihr übriges).

In zwei, drei Jahren, so Lutz Görner während eines Gesprächs vor dem Schumann Abend, wird der Zyklus beendet sein. Ich kann nur raten: schaut/schauen Sie auf die Website https://goerner-singer.de und besucht eine Vorstellung in der Nähe. Es lohnt sich bestimmt.

 

 

Dieses Bild habe ich der CD entnommen. Es zeigt Görner, Singer und Leach mit den jeweiligen Autogrammen.

6 Gedanken zu „Robert Schumann

  1. Erstmalig konnte ich an einem Abend mit Lutz Görner aus gesundheitlichen Gründen nicht teilnehmen und bin daher für die Beschreibung sehr dankbar. Schumann gehört zu meinen Lieblingskomponisten. Schon in den 50er Jahren besaß ich eine Schellackplatte mit der Romanze op. 28 und natürlich recht bald schon sein a-Moll Klavierkonzert.

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