Klavierabend mit Vadim Chaimovich

„Raritäten und Meisterwerke der Musik“. Unter diesem Motto fand am Abend des 3. März 2018 im Augustinum das Konzert mit Vadim Chaimovich (Homepage: http://www.vadim-chaimovich.com ) statt. Dieser sehr sympathisch auftretende Künstler, 1978 in Vilnius (Litauen) geboren, errang seinen ersten Wettbewerbsgewinn im Alter von 13 Jahren beim internationalen Wettbewerb „Virtuosi per Musica di Pianoforte“ in Ústí nad Labem (Tschechien). Seiner fundierten Ausbildung, unter anderem bei Lev Natochenny und Peter Rösel, folgten noch viele weitere Auszeichnungen und Erfolge bei Wettbewerben. Seine Auftritte führten ihn in alle berühmte Konzertsäle in aller Welt und er konzertierte mit dem Litauischen Kammerorchester, der Sinfonietta Dresden, den Dortmunder Philharmonikern, den Nordungarischen Symphonikern, dem Orchestra Filarmonica di Bacau und der Mitteldeutschen Kammerphilharmonie. Zahlreiche Musikfestivals hatten ihn zu Gast. Im Augustinum präsentierte Vadim Chaimovich Stücke aus dem 17. bis zum 20. Jhdt.

Vadim Chaimovich bei seinem Konzert

Begonnen hat das Programm mit Henry Purcell (1659-1695). Dieser englische Komponist wurde zu seinen Lebzeiten mit dem Ehrentitel Orpheus britannicus ausgezeichnet. Zunächst war das Rondo d-moll zu hören, danach Ground c-moll.

Es folgte von Wolfgang Amadeus Mozart (1756-1791) das 1786 entstandene Rondo D-dur KV 485, welches Anklänge an das Rondo von H. Purcell erkennen ließ, aber wesentlich heiterer daherkam.

Die Chaconne f-moll (ein Tanz) von Johann Pachelbel (1653-1706), dem aus Nürnberg stammenden Komponisten, der vor allen Dingen Orgelwerke schuf, war danach an der Reihe. Dem Stück, das eigentlich für die Orgel gedacht ist, war der strenge barocke Aufbau (Bach im Ohr) deutlich anzumerken.

Als letztes Stück vor der Pause war dann ein Stück des Komponisten Antonio Rosetti, der 1750  im nordböhmischen Leitmeritz (heute: Litoměřice) geboren wurde. Seine musikalische Ausbildung erfolgte in Prag. Zunächst war er Bassist in der Hofkapelle des Fürsten Kraft Ernst von Oettingen-Wallerstein. Nach einem halbjährigen Aufenthalt in Paris kehrte er nach Wallerstein zurück und wurde später dort Hofkapellmeister. 1789 wechselte er als Kapellmeister an den Hof in Mecklenburg-Schwerin in Ludwigslust, wo er im Jahr 1792 verstarb. Vadim Chaimovich spielte von ihm die Sonate B-Dur, RWV E3. Ein wunderschönes Stück des Zeitgenossen von Mozart, herrlich leichthändig vorgetragen.

Den Auftakt nach der Pause machte Felix Mendelssohn-Bartholdy (1809-1847) mit dem Venetianischen Gondellied fis-moll op. 30 Nr. 6. Ruhig dahingleitend entführte das „Lied ohne Worte“ in die Stadt der Gondolieri.

Für meine Ohren zu laut – aber das Gehör ist ja sehr individuell – erklang das Ständchen (Serenade) von Franz Schubert (17797-1828) in der Bearbeitung von Franz Liszt (1811-1886). Aber eine schöne musikalische Kostbarkeit bleibt es trotzdem.

Frédéric Chopin (1810-1849) war dann mit seiner Mazurka a-moll op. 17 Nr.4, einem interessanten Stück mit technisch hohem Anspruch, an der Reihe. Die Mazurka war Chopin aus Polen, wo sie Teil der Folklore ist, bekannt. Gefolgt von seinem Nocturne Es-Dur op. 9 Nr. 2, das abwechslungsreich und melodisch Spannung erzeugte.

Balys Dvarionas (1904-1972), ein litauischer Komponist, Pianist und Dirigent, komponierte 1953/54 die Winterskizzen, woraus das Mit dem Schlitten den Hügel hinunter entnommen wurde. Und wirklich, es war eine rasante Fahrt, mit rasendem Tempo vorgetragen. Dvarionas wurde in Litauen, Leipzig und Berlin ausgebildet. Nach seiner Rückkehr unterrichtete er selbst als Musiklehrer in Kaunas. Während bei den Stücken zuvor die Emotion verstärkt Ausdruck fand, war hier die Schilderung, die Aktion deutlich im Vordergrund.

Beendet wurde das Konzert von Vadim Chaimovich mit zwei Stücken aus den Moment musicaux op. 16 von Sergei Wassiljewitsch Rachmaninow. Hier ging es wieder ruhiger, richtig melodiös zu bei dem Des-Dur Nr. 5, und kraftvoll majestätisch beim C-Dur Nr. 6.

Zwei Zugaben, durch das begeisterte Publikum, das zahlreich gekommen war, herausgefordert, wurden noch gewährt. Die Barcarolle op. 37 Nr. 6 von Pjotr Iljitsch Tschaikowski und, wenn ich mich nicht täusche, eine Passage aus Beethovens Klavierkonzert Nr. 1.