Auf dem Zauberberg

Herb A. Bruns, der seine schauspielerische Ausbildung an der Comedia Colonia, Köln; Theaterschule für Theater und Straßentheater, Graz; Ecole Philippe Gaulier, London und Schule der Bewegung, Michael Dick, absolvierte, gab eine szenische Lesung aus Thomas Manns (1875-1955, Nobelpreis für Literatur 1929) Bildungsroman „Der Zauberberg“ das Kapitel „Fülle des Wohllauts“.

Herb A. Bruns als Hans Castorp

Hans Castorp der seinen Vetter besucht und dann selbst sieben Jahre in diesem Lungensanatorium oberhalb von Davos (auf der Schatzalp) verbringt, erlebt in diesem Kapitel wie im Musikzimmer ein Grammophon neuester Bauart durch den Sanatoriumsleiter präsentiert wird. Sogleich verliebt sich Castorp in dieses Instrument, dessen Möglichkeiten und Technik, das Grammophon war etwa in der Zeit des „Zauberberg“ erfunden, und war hellauf begeistert.

Herb A. Bruns verkörpert nun diesen Hans Castorp und mit ihm steht als zweiter Hauptdarsteller ein etwa 100jähriges Grammophon auf der Bühne (übrigens aus Heppingen nahe Bad Neuenahr stammend). Mittels der dazugehörenden Schellackplatten lässt Bruns die von Thomas Mann zitierte Musik ( (Giuseppe Verdis Aida, Claude Debussys Prélude à l’après-midi d’un faune, Georges Bizets Carmen, Charles Gounods Faust und Franz Schuberts Der Lindenbaum)  erklingen und beim Tango tanzen zwei Paare mit.

Dass anlässlich dieser Vorführung eine weitere Sparmaßnahme zu Lasten der Bewohner des Augustinum offenbar wurde konnte meinem Genuss an der subtilen Beobachtung und großartigen Sprache Thomas Manns, von Herb A. Bruns ganz hervorragend in Szene gesetzt, nichts anhaben. Aber das ist eine andere Geschichte.